Neue Pfändungstabelle ab 01.07.2017

Die neuen Freibeträge liegen vor: Nicht unerhebliche Erhöhung

Selbstbehalt bei Pfändungen erhöht

Selbstbehalt bei Pfändungen erhöht

[April 2017] Ab 1. Juli 2017 werden die Pfändungsfreigrenzen nicht unerheblich steigen. Die neuen Pfändungsfreigrenzen wurden inzwischen im Bundesgesetzblatt (BGBl. Teil I Nr. 18 v. 07.04.17, S. 750ff.) veröffentlicht. Zuletzt waren die Pfändungsfreigrenzen zum 1. Juli 2015 erhöht worden.

Damit steigt ab 1. Juli 2017 der monatlich unpfändbare Grundbetrag auf 1.133,80 € (bisher: 1.073,88 €). Dieser Betrag erhöht sich, wenn gesetzliche Unterhaltspflichten zu erfüllen sind, um monatlich 426,71 € (bisher: 404,16 €) für die erste und um jeweils weitere 237,73 € (bisher 225,17 €) für die zweite bis fünfte Person. Wieviel beim jeweiligen Nettoeinkommen einer Person genau pfändbar ist, ergibt sich aus der Pfändungstabelle.

Folgen für das P-Konto: Auch hier steigen natürlich die Freibeträge (und zwar grundsätzlich automatisch). Der einfache Grundfreibetrag beträgt ab 01.07.2017 (ohne Unterhaltspflichten, Kindergeld usw.) 1.133,80 Euro. Bei 1 Unterhaltspflicht beträgt der Freibetrag (mit Bescheinigung) dann zum Beispiel 1.560,51 Euro (ohne Kindergeld).

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28 Comments

  1. Tipp: Richten Sie ein Pfändungsschutzkonto ein! Gibt es gratis bei der Bank!

    ANTWORT: Vielen Dank, dem schließe ich mich an. Jedenfalls dann, wenn das Konto pfändungsbedroht ist oder gar eine Pfändung aufweist.

  2. Guten morgen,, wie wird der pfändungsbetrag errechnet wenn das Kind nur zu 50 Prozent angerechnet wird

    ANTWORT: Sie lesen dazu den Pfändungsbetrag für das betreffende Nettoeinkommen ohne Unterhaltsverpflichtung ab und teilen den abgelesenen Betrag dann durch 2.

  3. Habe einen Offenbarungseid im Mai gemacht.Nun kommt ein Glaeubiger und will bei mir Zwangsvollstrecken,ich habe ausser Hartz4 nur noch eine Mietwohnung.Fliege ich aus der Wohnung oder was wollen sie zwangsvollstrecken

    ANTWORT: Bitte achten Sie doch bei der Fragestellung darauf, wo Sie diese Fragen stellen. Es geht hier bei dem Artikel um die Pfändungstabelle, das hat mit Ihrer Frage überhaupt nichts zu tun. Die Vermögensauskunft (sehr viel früher hieß das mal Offenbarungseid, danach Offenbarungsversicherung, danach eidesstattliche Versicherung) dient letztendlich nur als Informationsinstrument für den Gläubiger. Er kann aufgrund dieser Vermögensauskunft erkennen, ob (und wenn ja wo) Pfändungen möglich und (im besten Falle) auch sinnvoll sind. D. h., auch wenn er bei Ihnen erkennen kann, dass nichts zu holen ist, kann er trotzdem pfänden. Die Pfändungen werden in diesem Fall eben nicht erfolgreich sein. Hartz IV ist in aller Regel in der Größenordnung, dass dort eine Pfändung von vornherein nicht erfolgreich ist oder abgewehrt werden kann. Es dürfte die Regel sein, dass Hartz IV unterhalb des einfachen Pfändungsfreibetrages von 1.133 € für eine Person ohne Unterhaltsverpflichtungen liegt. Aus der Wohnung können Sie nicht fliegen, da man hier allenfalls die Rückzahlung aus Betriebskostenabrechnungen oder die Rückerstattung der Betriebskaution pfänden könnte. Kein Gläubiger kann Ihr Mietverhältnis als solches kündigen. Das ginge selbst in der Insolvenz nicht. Pfändet er zum Beispiel die Rückerstattung auf Betriebskosten, dann heißt das, wenn es tatsächlich zu Rückerstattung kommt, dass diese dann dem Gläubiger überwiesen werden. Solange Sie ALG 2 erhalten, könnten Sie selbst dagegen etwas tun, da die Jobcenter diese Rückerstattungen verrechnen. Dasselbe gilt für die Rückerstattung der Mietkautionen bei Auszug. Man kann die zwar pfänden, relevant wird es allerdings erst in dem Moment, in dem Sie tatsächlich ausziehen und der Vermieter Ihnen die Mietkaution zurückerstattet.

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