Unverbrauchtes Guthaben auf dem P-Konto in den nächsten Monat hinübernehmen

Was wird mit dem geschützten Guthaben im nächsten Monat? Und im übernächsten? Stand 2015

FragenbuchFrage: „Ich habe eine kleine Rente von 750,00 Euro. Da ich eine Pfändung laufen habe, bin ich unsicher, ob ich evtl. nicht verbrauchte kleine Summen auf dem Konto lassen kann bis zur Pfändungsfreigrenze?“

Antwort: Rechtlich ist es so: Belassen Sie von dem durch das P-Konto geschützten Betrag des ersten Monats etwas auf dem Konto, wird es im zweiten Monat nicht beachtet, steht Ihnen da also weiter voll zur Verfügung. Ist es aber im dritten Monat immer noch drauf, ist es voll pfändbar. Das ist  geregelt im „P-Konto-Paragraphen“ § 850k Abs. 1 ZPO (Zivilprozessordnung).

Technisch sieht das so aus: Sie lassen im ersten Monat – beispielsweise – 25 Euro Ihres geschützten Betrages stehen → kein Problem bis zum Ende des zweiten Monats. Sie lassen diesen Betrag darüber hinaus auch im zweiten Monat stehen (nehmen ihn also in den dritten) → der Betrag ist nicht mehr geschützt und wird abgeführt, obwohl er ausschließlich aus geschütztem Geld bestand. Wie bei vielen Regelungen, die Schuldner betreffen, ist die Angst, dass es Schuldnern zu gut gehen könnte so groß, dass man unbedingt verhindern wollte, dass man sich etwas auf dem Konto aus seinen geschützten Beträgen erspart. Es ist besser, Sie fragen nicht weiter, es ist einfach so. Sie sehen daran gut, wer letztlich den treibenden Einfluss bei der Gestaltung solcher Gesetze ausübt. Denn das ist im Grunde ja widersprüchlich: Selbst ALG-2 wird unter der Prämisse bemessen, dass man hiervon kleine Rücklagen bildet.

Jetzt aber die alles entscheidende Frage: Wenn Sie beispielsweise im ersten Monat von Ihrem geschützten Geld 25 Euro drauf lassen und im zweiten wieder 25 Euro aus dem zweiten Monat, wer kann dann denn im dritten Monat wissen, ob die 25 Euro aus dem ersten oder dem zweiten Monat sind?

So unlösbar das Problem erscheint, diese Frage ist geklärt und es ist eigentlich so logisch wie einfach: Nehmen Sie aus dem ersten Monat etwas in den zweiten hinüber, werden Ausgaben im zweiten Monat (Überweisungen, Abhebungen) zuerst auf den Übernahmebetrag verrechnet. Im dritten Monat kommt also nie etwas an, wenn Sie im zweiten Monat mindestens das ausgeben, was Sie vom ersten Monat mit hinüber genommen haben. Sie könnten also – vorausgesetzt, sie verbrauchen im Folgemonat immer mindestens den Betrag, den Sie aus dem Vormonat mit hinüber genommen haben – in jedem Monat eine Summe bis zur Höhe des Freibetrags des P-Kontos stehen lassen (also ohne Unterhaltsverpflichtungen über 1.000 Euro). Und zwar, das ist der Clou, auf unbeschränkte Zeit. Denn technisch gesehen, sind das keine Ersparnisse, sondern jeden Monat neu lediglich Übernahmebeträge aus dem jeweiligen Vormonat.

Aber Achtung! So wie ich es geschrieben habe ist es rechtlich korrekt. Nur: Nicht alle Banken machen das richtig. Aktuell weiß ich zum Beispiel von Fällen bei der Commerzbank, wo tatsächlich nur geschaut wird, ob zwei Monate hintereinander überhaupt ein Übernahmebetrag da war und wo dann eben Übernahmebeträge einbehalten werden, obwohl sie in Wirklichkeit aus dem ersten Monat stammen. Wenn Sie also sicher gehen wollen…

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17 Comments

  1. Hallo,
    Ich habe folgende Frage,ich habe im Dezember vollen lohn bekommen,liege da mit bei 1495€ ,der Freibetrag liegt bei 1073€ soweit so gut ,nun durfte ich im Januar am 01.01. über den Überbetrag verfügen von 422€ nun meine Kernfrage: Werden mir diese 422€ auf meinem im Januar kommenden Lohn mit angerechnet?

    ANTWORT: Ja, das ist korrekt. Der Teil des Einkommens aus dem Monat Dezember, der den Freibetrag im Dezember überstieg, wird als Einkommen des Monats Januar behandelt. D. h., man tut so, als sei das erst im Januar auf Ihrem Konto eingegangen. Dies geschieht dann natürlich mit allen Konsequenzen. Der Teil wird also mit dem übrigen Einkommen, das regulär im Januar noch auf dem Konto eingeht zusammengerechnet. Entstehen hieraus erneut Beträge oberhalb des Schutzbetrages (bei Ihnen also über von 1073 €) wird dieser Teil im darauf folgenden Monat Februar wiederum auf gleiche Weise behandelt. Das kann, wenn sich diese Differenz nicht mit der Zeit von selber beseitigt, theoretisch Jahre so weitergehen.

  2. guten Abend ich hab ein Problem mit der Sparkasse,ich bekam von Job Center 235 habe aber noch Guthaben von letzten Monat was die zurück gehalten haben genen das aber nicht frei was ich da noch habe von letzten Monat kann nur über die 235 verfügen habe einen freibetrag von 1200 warum kann ich nicht drüber verfügen muss ja meine fix kosten bezahlen ..hat es nur nachteile ein p konto..danke

    ANTWORT: Diese Frage kann ich leider nicht beantworten. Wenn Sie einen Freibetrag von monatlich 1200 € Zahlungseingang auf Ihrem Konto haben und Sie über diese 1200 € mtl. gleichwohl nicht verfügen können, dann liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit der Fehler bei der Bank/ der Sparkasse. In diesem Falle müssten Sie gegen die Bank/Sparkasse vorgehen, da sie Ihnen Teile des Geldes vorenthält, das Ihnen monatlich nach dem Gesetz zusteht. Das Guthaben des letzten Monats ist, soweit es sich um Übernahmebeträge handelt, im Folgemonat für die Feststellung des Freibetrages allerdings gar nicht relevant, muss also vollständig zusätzlich zur Verfügung gestellt werden. Hier kann es Anfang des Monats möglicherweise einen kleinen Zeitverzug geben, da es wohl in einigen Banken und Sparkassen so ist, dass derartige Sachverhalte jeden Monat konkret geprüft werden müssen. Ich kann Ihnen leider auch nur sagen, wie es rechtlich geregelt ist. In der Praxis gibt es bei der Umsetzung durch die Banken sehr häufig Fehler.

  3. Hallo, ich habe ein P-Konto und bekomme ALGII 404.-Eu / mon. Meine Frage ist wenn nun ein Pfändung kommt, kann ich das Konto bis zu den 1070.-Eu normal verwenden? Also ich kaufe was bei Amazon, und Gebe es zurück und Amazon schickt mir die z.B 99.- Eu zurück, wird das dann etwas gepfändet? Was wäre wenn ich Tante Emma einen Gefallen tun will und ihr was bei Amazon bestellen, das Geld z.B 120.-Eu gäb sie mir Bar und ich zahle dass dann bar ein, und bestelle ihr das Teil. ( über mein Konto ) Würde die Bareinzahlung dann Gepfändet, auch wenn nie mehr als 6-700 Eu auf den Konto waren?

    ANTWORT: Solange Sie den Freibetrag auf Ihrem P-Konto monatlich nicht übersteigen, ist es ziemlich egal, woher das Geld kommt und aus welchem Grunde. Aber das Hauptproblem in dem von Ihnen genannten Beispielsfall ist, dass Gelder, die auf Ihr Konto fließen, als Eingang summiert werden. Wenn Ihnen also jemand 120 € überweist, damit Sie dann Zahlungen an Dritte vornehmen, erhöht das um 120 € Ihren Geldeingang des entsprechenden Monats. Da der Grundfreibetrag monatlich mindestens ca. 1070 € hoch ist und Sie nur 404 € reguläres Einkommen auf Ihr Konto erhalten, ist natürlich noch etwas Platz (ALG und 120 € für Tante Emma ergeben erst mal nur 524 €, da wäre also immer noch Platz für einen monatlichen Eingang von zusätzlich ca. 550 €). Würden sich aber die Zahlungseingänge über diese Grenze von 1070 € addieren, dann würde automatisch jeder übersteigende Betrag von der Bank (zunächst) einbehalten werden. Und bitte denken Sie daran: Sie müssen nur zusammenrechnen, was monatlich auf dem Konto eingeht, die Ausgänge spielen hingegen für diese Frage keine Rolle. Selbst wenn die 120 € für Tante Emma nur kurzzeitig auf dem Konto eingegangen sind, um sie sofort zweckgerichtet zu verwenden, zählen diese Gelder gleichwohl als Eingang auf Ihrem Konto.

  4. guten Tag, vielen Dank für diese Information.Ich habe ein P-konto bei der VB. Mein Renteneinkommen liegt 144,28 € über der Freigrenze. Darf die VB mir nur 358€ auszahlen und den Restbetrag trotz P-Konto einbehalten ? Außerdem hat die Bank alles was über den Monat hinaus auf dem Konto wa sofort am Ende an die Gläubiger überwiesen. Ist das rechtns? danke für Ihre Mühe mfg Anni

    ANTWORT: Leider kann diese Fragestellung mit Ihren Vorgaben nicht beantworten. Natürlich fällt mir auf, dass die Bank (offenbar) unterhalb Ihres Freibetragsgeld einbehält. Das kann daran liegen, dass die Bank einen Fehler macht, es gibt aber auch Gründe, warum dies möglicherweise gerechtfertigt ist. Eben hierzu muss man den gesamten Sachverhalt kennen. Dass eine Überweisung sofort an den Gläubiger erfolgt, widerspricht in jedem Fall den Vorgaben des Gesetzes. Aber auch hier kann ich mangels genauerer Kenntnisse Ihres Falls nicht beurteilen, ob die Bank tatsächlich unrechtmäßig gehandelt hat.

  5. Ich habe p-Konto meine lohn ist da ,3100,ich habe 1073 aufgehoben und Rest sind überwiesen an p- Konto ich wollte fragen am erste Oktober kann ich wieder 1073 Euro aufheben ,danke

    ANTWORT: Ja, das können Sie schon. Das Problem ist aber, dass Sie ja wahrscheinlich im Oktober auch wieder neues Einkommen auf das Konto bekommen, auf das Sie dann wiederum nicht zugreifen können. In jedem Fall wäre es zu bedenken, einen Antrag zu stellen, der Ihnen zumindest den Pfändungsfreibetrag auf dem Konto gewährt. Selbst wenn Sie keine Unterhaltsverpflichtungen haben, beträgt dieser bei einem Nettoeinkommen von 3.100 € monatlich ca. 1.680 €; sollten Sie Unterhaltspflichten haben, wäre der Freibetrag sogar noch höher.

  6. Hallo, zunächst erst einmal ein Dankeschön für die umfangreichen und hilfreichen Antworten. Nun zu meinem „Problem“: Ich habe einen Geldeingang von 1800€ auf meinem P-Konto zum 26.06. – Kontostand in diesem (ersten) Monat war Null – also keine Übertragungen, Abbuchungen o.ä. Meinen Freibetrag von 1070€ habe ich sofort ausgeschöpft, sodass zum 01.07 ein Übertrag von 730€ erfolgte. Parallel kam zum 01.07. eine Einzahlung von 900€. Somit bezifferte sich mein Kontostand auf 1630€ im Juli. Den Freibetrag habe ich nun auch wieder unmittelbar ausgeschöpft. Also 1630€ – 1070€ = 560€ (Stand des zweiten Monats). Würde dieser Betrag (560€) – welcher definitiv in den nächsten Monat rutscht – gänzlich pfändbar sein? Ich erwarte zum 1.8 (dritter Monat) nämlich nur eine kleine Einzahlung von 400€, welche eine Summe von 960€ ausmacht und tendenziell unter dem Freibetrag liegt. Verfüge ich über diesen Betrag oder kann ich die „übertragenden“ 560€ direkt abschreiben, da gepfändet? Vielen Dank

    ANTWORT: Bei Ihnen liegt eine eigentlich „einfache“ Fallsituation vor, denn es geht hier nicht um Übernahmebeträge (die ja nur aus dem unpfändbaren Bereich des jeweiligen Vormonats möglich wären), und zum Glück haben Sie selbst zur Verringerung der Komplexität des Problems beigetragen, indem Sie die geschützten Beträge immer gleich abgehoben haben. In Ihrem Fall liegen vielmehr so genannte Moratoriumsbeträge vor, die jeweils als Einkommen des nächsten Monats behandelt werden. Da nun gilt generell, dass Beträge, die den Freibetrag des Vormonats überstiegen haben, so behandelt werden, als wären sie erst im nächsten Monat eingegangen. Der Hauptunterschied zu Übernahmebeträgen besteht aber genau darin, dass die für Übernahmebeträge festgelegte Pfändbarkeit im 3. Monat hier nicht gilt. Es können theoretisch so lange jeweils immer erneut Moratoriumsbeträge in den nächsten Monat „hinübergeschoben“ werden, bis der Freibetrag dadurch überstiegen würde (das ist aber erst der Fall, wenn Sie den Vormonatsfreibetrag mit einer Summe überstiegen haben, die den Freibetrag selbst übersteigt. Und dann endet der Schutz auch nur für den Teil, mit dem man darüber gekommen ist… ich will es nicht zu kompliziert machen).

    In ihrem Falle heißt das kurz gefasst, dass die zurückgehaltenen Beträge des 2. Monats in Höhe von 560 € im darauf folgenden Monat wiederum ausgezahlt und mit dem Eingang des 3. Monats zusammengerechnet werden. Da in diesem 3. Monat durch den Eingang von nur 400 € die Freigrenze in der Summe mit dem Betrag des Vormonats nicht mehr erreicht wird (insg. 960 Euro bei einem mtl. Freibetrag von ca. 1.073 Euro), werden Ihnen dann also die gesamten Beträge ausgezahlt werden. Das heißt, die Spur der Moratoriumsbeträge endet erst einmal im dritten Monat. Die Beschränkung für Übernahmebeträge auf drei Monate gilt hier aber generell nicht. Das „Spiel“ hätte im Prinzip (also mit der o.g. Beschränkung, was die Höhe betrifft) ewig weitergehen können. Eine Einschränkung: Die Bank muss es natürlich richtig machen.

  7. Hallo eine Frage… Meine Mutter hat ein p konto auf dieses Konto geht ihre Rente und Witwenrente.. In Höhe von 703.70 Euro… Wenn am Monatsende auch nur 5 Euro drauf bleiben behält die Sparkasse das Geld ein. Bei meinen nachfragen warum wurde nur gesagt das wird gesammelt und wenn 50 Euro erreicht sind wird es an den gläubiger überwiesen … Hatte das Gefühl das die sich selber nicht mit dem Gesetz auskennen … Für mich unverständlich da sie die Freigrenze nie erreicht Würde mich über eine Antwort freuen

    Mit freundlichen grüßen

    ANTWORT: Das Vorgehen bzw. die Antwort der Sparkasse bestätigt leider die auch oben dargestellte Differenz zwischen der rechtlichen Regelung und der Praxis vieler Banken. So wie es die Sparkasse dort vorgeblich tut, entspricht es mit Sicherheit nicht den gesetzlichen Regelungen. Bei Übernahmebeträgen ist völlig klar, dass diese im Folgemonat vollständig ausgezahlt werden müssen. Sofern im Folgemonat mehr ausgegeben wird, als der aus dem Vormonat mit hinübergenommene Betrag, können auch keine pfändbaren Beträge im 3. Monat übrig bleiben. Viel mehr, als die Bank auf diese rechtliche Situation hinzuweisen bzw. sich zu beschweren, können Sie allerdings nicht tun, es sei denn, Sie sind bereit gegen die Sparkasse zu klagen.

  8. Habe ein Girokonto bei der Comdirect und mir wurde ein P-Konto verweigert! Innerhalb von 4 Wochen wird mir das Konto gelöscht und der Gehaltseingang (unter der Pfändungsfreigrenze) bleibt für mich gesperrt! Habe mir sofort ein neues kostenpflichtiges Commerzbankkonto als P-Konto eingerichtet. Der Insolvenzverwalter weigert sich das Konto freizugeben. Ich fühle mich wie ein Mensch 2. Klasse im rechtsreien Raum!

    ANTWORT: Die erste Frage ist, warum Ihnen die Comdirect ein P-Konto verweigert. Grundsätzlich geht das ja nicht (lies hier: Darf die Bank die Einrichtung eines P-Kontos verweigern?). Auch ist mir unklar, weshalb Sie Ihr neues Konto durch den IV freigeben lassen wollen. Sie müssen das als P-Konto führen und dann ggf. Anträge auf Erhöhung stellen. Abgesehen davon gebe ich Ihnen Recht; ich kann aus jahrelanger praktischer Erfahrung gut nachvollziehen, dass Sie sich als „Mensch 2. Klasse“ fühlen. Insbesondere die Insolvenzordnung wirkt in vielen Bereichen wie ein strafrechtliches Sondergesetz.

  9. Ich habe im Monat Juni meinen Freibetrag von meinem p- Konto abgehoben. Davon blieben 100 Euro übrig üBer die ich nicht verfügen konnte. Nun habe ich von meinem Arbeitgeber am 29.06 eine Abschlagszahlung in Höhe von 500 Euro bekommen und verfüge darüber nun auch nicht, da ich ja bereits meinen freiBetrag im Juni ausgeschöpft habe. Wenn ich einen kontoauszug mache stehen die 600 euro als Guthaben dort. Bedeutet das das das Geld noch nicht von Gläubigern eingezogen wurde? Wird es also nur sozusagen gesperrt und verwart für die gläubiger? Verfüge ich ab dem 01.07 wieder über die beträge?

    ANTWORT: Diese Gelder müssten im darauf folgenden Monat an Sie ausgezahlt werden. Warum die 100 Euro zurückbehalten werden, ist mir nicht so ganz klar. Aber soweit Sie mit den Eingängen über dem Schutzbetrag des Monats lagen (das war ja zumindest bei den 500 Euro der Fall), werden diese so behandelt, als würden sie erst im nachfolgenden Monat eingehen. Natürlich werden sie dann mit dem in diesem Folgemonat regulär eingehenden Einkommen zusammengerechnet. Falls dann auch wieder der Freibetrag überschritten wird, geht es im darauf folgenden Monat auf gleiche Weise weiter. Allerdings nur, wenn die Bank es richtig macht. Sie sollten/ könnten in jedem Fall Freigabeanträge stellen, damit der Freibetrag auf dem P-Konto zumindest auf den unpfändbaren Betrag gemäß §§ 850ff ZPO angehoben wird.

  10. P-Konto mit Freibetrag 1073 € durch wechsel des Arbeitgebers habe ich für den Monat April und werde auch für den Monat Mai Überstunden ausbezahlt bekommen, teilweise auf der Lohnabrechnung als Auszahlung Überstunden, zum Teil als Auszahlung Arbeitszeitkonto bezeichnet. Nun zu meiner Frage laut § 850 a ZPO sind 50% der Überstunden unpfändbar die Bank weigert sich aber dieses anhand der Lohnabrechnung anzuerkennen wer kann mir hierzu eine Bescheinigung ausstellen?? Der bisherige Arbeitgeber (Zeitarbeitsfirma verweist darauf, in der Bescheinigung gem § 850k sei so etwas nicht vorgesehen). Habe ich also meine Überstunden letztendlich nur zum Wohle meiner Gläubiger geleistet??

    ANTWORT: Gut, das hat vorderhand zwar nichts mit dem Artikelthema „Übernahmebeträge“ zu tun, aber ich will es dennoch an dieser Stelle beantworten. Zwei Sachen sind wichtig: Zum ersten müssen Sie erkennen, dass das P-konto die tatsächlichen unpfändbaren Beträge nach §§ 850ff. ZPO nicht absichert, sondern nur einen Grundfreibetrag. Der mag in vielen Fällen schon genügen, wenn Sie aber mit dem eingehenden Einkommen darüber kommen, genügt das eben nicht. Der Grund ist, dass man den Banken nicht auferlegen wollte, die konkret unpfändbaren Bezüge berechnen zu müssen. Deshalb gibt es hier – was dem Konzept des § 850c ZPO ja eigentlich widerspricht – nur einen statischen Freibetrag. Zum zweiten also ist zu beachten: Der Gesetzgeber hat für diese Situation dem Schuldner auferlegt, die Freigabe der unpfändbaren Einkommensanteile durch einen Antrag beim Vollstreckungsgericht zu bewirken. Dies geschieht nach § 850k Abs. 4 ZPO; erst auf diesem Wege sind unpfändbare Beträge aus § 850a ZPO durchsetzbar. Wie das geht, haben wir hier in mehreren Artikeln schon beschrieben (zuletzt hier). Die Weigerung der Bank, § 850a ZPO zu beachten, ist also nach geltender Rechtslage nicht zu bemängeln. Auch die Zeitarbeitsfirma hat recht. Denn die Bescheinigung nach § 850k Abs. 5 ZPO dient nur der Erhöhung der statischen Beträge aufgrund (insbesondere) von Unterhaltspflichten. Da ist dann je nach Anzahl der Unterhaltspflichten der Freibetrag zwar höher, aber immer noch „statisch“, und das kann Ihnen daher auch nicht die konkret unpfändbaren Einkommensanteile zum Beispiel aus § 850a ZPO sichern. Jedenfalls kann Ihnen allein das Vollstreckungsgericht (oder – im Falle der eigenen Pfändung durch Behördern – die Vollstreckungsbehörde) aufgrund Ihres Antrages nach § 850k Abs. 4 ZPO den vollen unpfändbaren Betrag sichern, wenn der statische P-Konto-Freibetrag nicht hoch genug ist.

  11. Ich war jetzt über den freibetrag. Kommt das dann beim nächsten Monat zum Freibetrag dazu gerechnet oder wie ist das

    ANTWORT: Alles, was in einem Monat über dem Freibetrag liegt, wird als Einkommen des Folgemonats behandelt (Moratoriumsbeträge). Wenn Ihre Bank es also richtig macht, wird sie das im nächsten Monat auszahlen. Dann werden diese Beträge mit den sonstigen Einkommen des Folgemonats zusammengerechnet. Sind Sie in der Summe im Folgemonat unterhalb Ihrer Freigrenze, ist damit die Sache erledigt. Wenn nicht, geht dasselbe Spiel im übernächsten Monat weiter. Ob es Ihre Bank allerdings richtig macht, kann ich Ihnen leider nicht versprechen. Die Praxis zeigt, dass häufig schon die Unterscheidung zwischen Übernahme- und Moratoriumsbeträgen nicht richtig erfolgt.

  12. Haben eine Frage, beziehe harz 4 und Pflegegeld beziehungsweise auch Verhinderungspflege, das heißt das ich manchmal etwa so 150 Euro zu viel habe kann ich sie mit in dem neuen Monat nehmen

    ANTWORT: Gut, was Verhinderungspflege ist – da muss ich passen. Aber wenn ich es richtig verstehe, geht manchmal im Monat mehr Geld ein, als geschützt ist. In diesem Falle wird es im nächsten Monat ausgezahlt und auch als Einkommen des nächsten Monats behandelt. Das für den nächsten Monat eingehende Einkommen wird dann mit diesem Betrag zusammengerechnet. Kommt man damit insgesamt im nächsten Monat nicht auf den Freibetrag, dann ist alles in Ordnung. Wenn doch, hört die Bank automatisch dort mit der Auszahlung auf, wo Sie den monatlichen Schutzbetrag aus beiden Beträgen erreichen (also in Ihrem Fall 150 Euro + Einkommen des nächsten Monats). Da Pflegegeld unpfändbar ist, sollten Sie ggf. prüfen, ob nicht ein Antrag sinnvoll ist, damit dieses freigegeben wird. Immerhin handhaben die Banken die sog. Moratoriumsbeträge sehr oft falsch und Sie müssen ohne Not auf das Geld warten. Ich möchte Sie nicht verwirren, aber nur zur Klarstellung: Falls Sie aus dem Vormonat 150 Euro mit hinübernehmen, die in diesem Vormonat durch das P-Konto geschützt waren, sieht es etwas anders aus. Dann handelt es sich um Übernahmebeträge, die im Folgemonat gar nicht angerechnet werden.

  13. Hallo,ich hätte eine Frage ich habe ein P-Konto und ca. monatlich 730,-Euro ich habe im Dezember 2015 40.-Euro mitrüber genommen zum Januar 2016.Dann wurde mir am 11.2.2016 15.- Euro gepfändet,mit der Begründung ,das ich das Geld nicht komplett bis 31.1.2016 also die 40 Euro abgehoben habe. Nach meiner Ansicht liegt da ein Fehler vor. Im voraus Danke für Ihre Antwort MfG Ralf B.

    ANTWORT: Ich denke auch, dass die Bank es hier falsch gemacht hat. Da Sie ja wohl im ersten Nachfolgemonat mehr ausgegeben haben dürften als die hinübergenommenen 40 Euro, sind im dritten Monat keine Übernahmebetrge mehr vorhanden. Das wäre nur dann möglich: Hinübernahme unpfändbarer Betrag von 40 Euro in den Januar + Sie geben im Januar insgesamt nur 35 Euro aus = im Februar sind 5 Euro pfändbar. Auch hier tippe ich wieder auf Commerzbank oder Postbank, aber beinahe jede Bank macht beim P-Konto etwas falsch.

  14. Ich zahle b.Berliner Volksbank,mtl.kontoführungsgebűhren von 8euro,f.mein p-konto.tätige 1-2 űberweisungsaufträgen u. 2lastschriften(jährl.sind das 96euro) mein Einkommen ist eine Grundsicherungsrente(das entspricht alg2-niveau)gibt es eine möglichkeit die Gebühren zu.mindern?bekomme nirgends wo anders ein p-konto.

    ANTWORT: Leider betrifft Ihre Frage nicht das Vollstreckungsrecht, sondern Ihr Verhältnis zur Bank. Die Kontoführungskonditionen werden vertraglich zwischen Ihnen und der Bank festgelegt. Naja, das ist Theorie; die Praxis ist, dass die Bank einfach bestimmt, was sie kostet. Dafür haben Sie aber die Möglichkeit, die Bank zu wechseln, falls die Konditionen anderswo besser sind. Sollten die Kosten allerdings nur deshalb höher sein, weil der P-Konto-Schutz eingeschaltet wurde (also vorher geringer gewesen sein), liegt ein abmahnungsfähiger Sachverhalt vor. Wenn Sie dies belegen können, werden Ihnen Verbraucherschutzverbände dankbar sein, wenn Sie sich damit an diese wenden.

    Für alle, die hier eine Frage stellen wollen, eine Bitte: Bitte stellen Sie nur Fragen, die mit dem Artikel zu tun haben.

  15. Hallo,
    ich habe auch ein P-Konto mit einem Freibetrag von 1073€.
    Von den 1100 €, die ich bekomme habe ich, weil Geld aus dem Dezember in den Januar gerutscht ist nicht mehr alles abheben können. Jetzt sind vom Monat Januar fast 1000€ in den Februar gerutscht, weil Überweisungen die ich nach dem 25ten (der Tag an dem gewöhnlich mein Geld eingeht) erst im nächsten Monat von der Bank überweisen wurden.

    Jetzt habe ich Angst, dass mir alles gepfändet werden kann, da die 1000€ (die die Kosten aus dem Monat Januar decken mussten) und die 1100 die ich an diesem 25ten bekomme eine Summe von 2500 Euro bilden, die ich aber gar nicht zur Verfügung habe…

    Wer soll denn bitte das Geld so schnell überweisen, dass es nicht eventuell in den nächsten Monat rutscht?

    ANTWORT: Ihre Angst ist insoweit berechtigt, als es keine Seltenheit ist, dass Banken grundsätzliche Dinge bei den P-Konten immer noch falsch machen. Aber ansonsten dürften Sie eigentlich keine Probleme haben. Der durch das P-Konto im Januar geschützte Betrag muss Ihnen ohne Unterbrechung im Februar zur Verfügung stehen und wird mit den Eingängen des Februar auch nicht zusammengerechnet. Sie müssen nur aufpassen, dass Sie im Februar mindestens das auf dem Konto verbrauchen, was Sie aus dem Januar mit hinüber genommen haben. Wenn Sie also 1000 Euro aus dem Januar mit herübergenommen haben, müssen Sie mindestens so viel im Februar ausgeben, sonst ist der Rest davon im März weg. Aber Achtung: Das gilt nur, wenn es sich um Übernahmebeträge handelt. Anders sieht es aus, wenn die in den nächsten Monat „gerutschten“ Beträge im Vormonat nicht vom P-Konto geschützt waren. In diesem Falle müssen sie als Eingänge des folgenden Monats angesehen werden.

  16. Ich verdiene 911€ Im Monat und habe eine Pfändung auf dem Konto …nun ist eine zweite Pfändung der Stadtverwaltung eingegangen . Die Stadtverwaltung pfändet nun bis auf 811€ von P Konto alles weg. ist das erlaubt?

    ANTWORT:
    So wie Sie es schildern weiß ich nicht, wie das gehen soll, dass irgendwer was von Ihrem P-Konto bekommen kann. Schon gar nicht der erst im zweiten Rang stehende Pfändungsgläubiger (die Stadt hat ja das Konto gepfändet, als schon eine Pfändung aktiv war).

  17. Habe ein P-Konto + Pfändung mit einen Freibetrag von 1479€. Meine Frage ist ich kann anfangs das Monats Geld abholen in der Mitte einen kleinen Betrag und am Ende des Monats den restlichen Freibetrag. Aber ich kann halt nicht frei auf mein Geld zugreifen so wie ich möchte?

    ANTWORT: Wenn ich das richtig verstehe, können Sie nur bestimmte Summen an bestimmten Tagen abholen? Ich kann mir nicht denken, warum das so ist. Allenfalls bei Beträgen, die im Vormonat über dem Freibetrag liegen, kann es mal am Anfang des Monats eine Verzögerung geben. Erfahrungsgemäß haben die Banken damit die größten Probleme. Aber für alles andere gilt: Es steht den ganzen Monat lang zur Verfügung. Ich vermute mal, dass Ihre Bank es einfach falsch macht. Das kommt ja doch sehr oft vor. Mehr kann ich dazu mangels Kenntnis der Details des Falls leider nicht sagen.

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