Fingiertes “Zentrales Registergericht PAZ” fordert Fantasiegebühr zur Eröffnung der Insolvenz – Zahlen Sie in keinem Fall!

Moderne Wegelagerei: Betrüger fordern mit amtlich anmutenden Kostenbescheiden eine Gebühr zur "Einleitung der Privatinsolvenz". Gezahlt werden soll auf ein Konto in Bulgarien.

[August 2013] Personen, für die die Insolvenz eröffnet wird, erhalten aktuell ominöse Kostenaufforderung eines nicht existenten “Zentralen Registergerichts” mit vorgeblichen Sitz in Kassel. Darin wird die angeschriebene Person aufgefordert, “Kosten in Höhe von 79,00 EUR” zu zahlen, anderenfalls wird damit gedroht, dass die Restschuldbefreiung nicht erteilt bzw. die “Privatinsolvenz nicht eingeleitet” wird.

Das Kassenzeichen ist bei diesen fingierten Schreiben immer das selbe. Das Schreiben, das einer unserer Mandanten in der vergangenen Woche erhielt (siehe 2. Bild ganz unten) weist dasselbe Zeichen auf, wie jenes Schreiben, das in der Betrugswarnung des Amtsgerichts Kassel veröffentlicht wurde (“Kassenzeichen: 1183728382736493”). Nur die persönlichen Daten des Adressaten sind angepasst. Die angegebene Telefonnummer existiert (natürlich) nicht, an der angegebenen Adresse des “Registergerichts” (Frankfurter Straße 89 in Kassel) befindet sich auch kein Gericht.

Aktuelle Warnung des AG Kassel vor Betrugsmasche (Foto vom 28.08.13)

Aktuelle Warnung des AG Kassel vor Betrugsmasche
(Foto vom 28.08.13)

Es ist davon auszugehen, dass diese Daten aus den Insolvenzbekanntmachungen im Internet bezogen werden. Dort kann jedermann ohne jede Beschränkung die ersten zwei Wochen lang ab Veröffentlichung/ Eröffnung des Insolvenzverfahrens pauschale Anfragen stellen und erhält dann auch ohne Detailkenntnisse (wie z.B. Name des Schuldners und Insolvenzgericht) Informationen über alle eröffneten Verfahren bundesweit. Den jeweils dort einsehbaren Eröffnungsbeschlüssen sind die Daten entnommen, die in diesen Schreiben auftauchen. Auffällig ist, dass die Briefe mit handgeklebten (deutschen) Postwertzeichen frankiert sind. Die Empfänger-Bank ist im Überweisungsbeleg, der dem Schreiben anhängt, nicht direkt zu entnehmen (per IBAN/BIC), der BIC/Swift Code (FINVBGSFXXX) gehört aber jedenfalls zu einem Konto bei der FIRST INVESTMENT BANK AD (Sofia/Bulgarien), als Zahlungsgrund taucht hier ebenfalls das in allen Schreiben gleiche “Kassenzeichen” auf.

Sollten Sie solch ein Schreiben erhalten: Bitte auch den Briefumschlag aufheben. Bitte erstatten Sie Anzeige bei Ihrem örtlichen Polizeirevier!

 

Diese fingierte Kostenrechnung erhielt in der vergangenen Woche unser Mandant - so wie viele Personen derzeit, für die die Insolvenz eröffnet wurde.

Diese fingierte Kostenrechnung erhielt in der vergangenen Woche unser Mandant – so wie viele Personen derzeit, für die die Insolvenz eröffnet wurde.

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Die Warnung vor diesen fingierten Kostenaufstellungen mehren sich seit August, so dass davon auszugehen ist, dass diese Schreiben aktuell immer noch verschickt werden.

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