Pfändungstabelle ab 01.07.2022

Die neuen Freibeträge liegen vor: Nicht unerhebliche Erhöhung

Neue Pfändungstabelle

Ab 1. Juli 2022 werden die Pfändungsfreigrenzen nicht unerheblich steigen. Die neuen Pfändungsfreigrenzen wurden im Bundesgesetzblatt (BGBl. Teil I Nr. 18 v. 31.05.2022 (PDF)) veröffentlicht. Zuletzt waren die Pfändungsfreigrenzen zum 1. Juli 2021 erhöht worden.

die neue Pfändungstabelle können Sie hier sehen:

Damit steigt ab 1. Juli 2022 der monatlich unpfändbare Grundbetrag auf  1.330,16 EURO (vorher: 1.252,64 EURO). Dieser Betrag erhöht sich, wenn gesetzliche Unterhaltspflichten zu erfüllen sind, für die erste Unterhaltspflicht auf monatlich 500,62 EURO (bisher: 471,44 EURO) und auf jeweils weitere  278,90 EURO (bisher 262,65 EURO) für die zweite bis fünfte Unterhaltspflicht.

Folgen für das P-Konto: Auch hier steigen natürlich die Freibeträge (und zwar grundsätzlich automatisch). Der einfache Grundfreibetrag beträgt ab 01.07.2022 (ohne Unterhaltspflichten, Kindergeld usw.)  1.330,16 EURO, wird aber auf dem P-Konto  gem. § 899 Abs. 1 ZPO auf 10 volle Euro aufgerundet, weshalb der Grundfreibetrag auf dem P-Konto 1.340,00 EURO beträgt.

Hintergrund: Die Freibeträge und damit die Pfändungstabelle werden seit 2021 jährlich (vorher geschah dies nur aller zwei Jahre) überprüft und gegebenenfalls geändert. Dies hat in den Jahren ab 2011 stets zu einer Erhöhung der Freibeträge geführt. Durch die Änderung der Grundfreibeträge ändert sich der Betrag, der von einem Einkommen pfändbar ist. Wie viel beim jeweiligen Nettoeinkommen einer Person genau pfändbar ist, ergibt sich aus der Pfändungstabelle. Zur näheren Darlegung der Pfändungsberechnung möchten wir auf unsere spezielleren Artikel hinweisen.
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62 Comments

  1. Hallo ich bin alleinziehend Mama und ich hab Vollzeit Job mein Verdient ist 1474,49 plus Kindergeld und unterhalt ich hab ein Kind so Problem ist ich hab bis jetzt noch kein Brief von Postbank erhalten die haben mir gesagt sobald auf mein Konto Pfändung ist bekomme ich schriftlich und mein Gehalt bekomme ich am 30.04.22 auf Konto meine Ängste sind wie zahle ich alles wenn mein Konto gepfändet ist ? Welche Möglichkeiten habe ich hab Schulden von früher ich war selbstständig und hab immer so mini job gehab jetzt erst nach lange Zeit habe ich mein Traumjob gefunden wo mein Verdient auch gut ist Normal wer mein Gehalt 1600€


    ANTWORT: Ihr Einkommen dürfte unpfändbar sein. Auf dem Konto können Sie (sofern eine Pfändung dort eingeht) durch das P-Konto und eine Bescheinigung (die bekommen Sie von einer Schuldnerberatungsstelle) einen Freibetrag bestätigen lassen in Höhe von ca. 1660 € zuzüglich Kindergeld. Wenn das nicht genügt, um alle Eingänge abzudecken, wäre es sinnvoll, die Unterhaltszahlungen für das Kind auf ein Konto des Kindes überweisen zu lassen. Unterhalt gilt technisch gesehen als Einkommen des Kindes und wird nicht extra auf dem Konto des Elternteils geschützt (dafür gibt es schon den Freibetrag für das Kind, den die Schuldnerberatungsstelle bestätigt). Wenn Sie das beachten, sehe ich keine Probleme.

  2. Vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen. Zum Abschluss habe ich noch zwei weitere, auf die ich viele verschiedene Antworten im Internet fand. Ich hätte die Möglichkeit über meinen Arbeitgeber einen Firmenwagen zur Privatnutzung zu bekommen. Versteuert nach der gängigen 1% Regelung. Dabei wird mein Brutto ja, theoretisch, erhöht und der darauf anfallende Steuersatz vom eigentlichen Brutto abgezogen. Somit mindert sich ja das pfändbare Nettoeinkommen. Ich fand im Internet auch schon Angaben, dass sich der pfändbare Betrag dann nach dem theoretischen Netto errechnet, welches unter Berücksichtigung des Firmenwagens ergibt und nicht nach dem tatsächlich ausgezahlten Netto. Was ist nun wahr? Wie verhält es sich mit Altersvorsorge, die durch den AG bezuschusst wird? Aktuell zahle ich von brutto 100€ ein, mein AG legt 20€ oben drauf. Auf das Netto gibt es dabei eine Veränderung von ca. 56€. Kann die Pfändung oder Kündigung dieses Vertrages verlangt werden? Vielen Dank für Ihre Mühen.


    ANTWORT: Das kann ich in diesem Rahmen hier leider nicht beantworten. Der Firmenwagen als Einkommensteil ist so gut wie immer eine ganz schlechte Wahl, wenn man gepfändet wird, meist lohnt es sich, dann über eine andere Lösung nachzudenken. Das tatsächliche Netto ist nicht immer entscheidend, das stimmt. Das wurde für die Fälle entschieden, bei denen pfändungsfreie Sonderzahlungen erfolgen (§ 850a ZPO): soweit diese nicht steuerfrei sind, würde sonst nicht nur der pfändungsfreie Anteil herausgerechnet werden sondern zusätzlich der verbleibende steuerliche Abzug zu einer weitere Verringerung des Pfändungsnettos führen. Früher hatte man das so gemacht, da war die Berechnung noch einfach, heute muss der auf solche Zahlungen entfallende Anteil geschätzt werden. Bei Ihnen wäre es aber nicht so, denn der angerechnete Anteil ist ja nicht pfändungsfrei und wenn der angerechnete Teil Steuern erzeugt wüsste ich nicht, warum die dem Netto wieder zugerechnet werden sollen (was ja zu einem höheren pfändbaren Anteil führen würde).

  3. Guten Tag. Ich überlege in die Privatonsolvenz zu gehen. Ich verdiene 1950€ Netto, meine Partnerin (wir sind unverheiratet) ist bis noch August in Elternzeit. Danach geht sie 30h statt 40h arbeiten. Wir leben in einem Haushalt mit unserem gemeinsamen Kind. Frage a) Kann ich den pfändbaren Betrag aus der Tabelle für eine unterhaltspflichtige Person (unser Kind) annehmen? Frage b) Zählt meine Partnerin auch als (anteilig?) unterhaltsberchtigt, weil sie durch das Kind nun weniger arbeiten geht? Frage c) Entstehen mir Nachteile im Verfahren, wenn ich mich entscheide meinen Arbeitsplatz freiwillig zu verlassen und eine zweijährige Schulische berufliche Weiterbildung zu machen, bei der ich Aufstiegsbafög erhalte und somit gar keinen pfändbaren Betrag mehr generiere? Vielen Dank für Ihre Mühen.


    ANTWORT: ganz sicher ist das Kind als Unterhaltspflicht zu berücksichtigen, denn Sie sind als leiblicher Vater ja gesetzlich zum Unterhalt verpflichtet. Nur am Rande sei erwähnt, dass es Ausnahmefälle gibt, bei dem die Unterhaltspflicht der weiteren Person (in diesem Falle der Mutter) unter Umständen dazu führen kann, dass die Unterhaltspflicht nur teilweise herangezogen wird. Das ist aber ein Sonderthema. Grundsätzlich also ja, Sie können bei einer Unterhaltspflicht ablesen. Frage B lässt sich ebenso leicht beantworten, wenn man von Ausnahmen absieht: Die Berücksichtigung für die erhöhte Pfändungsfreigabe nach der Pfändungstabelle ist nur möglich, wenn es sich um eine gesetzliche Unterhaltspflicht handelt, also um eine Unterhaltspflicht kraft Gesetzes. Eine solche gibt es bei verheirateten Personen, nicht aber bei reinen Lebenspartnerschaften. Zumindest können Sie hier nicht über die Pfändungstabelle einen höheren Freibetrag erhalten. Über § 850f ZPO ist es allerdings möglich, den Freibetrag dann heraufzusetzen, wenn die gesamte Bedarfsgemeinschaft durch die Pfändung weniger hat, als sie zum Leben benötigt. Dazu muss man dann aber Anträge stellen und die entsprechenden Nachweise erbringen. Geschützt ist über diese Norm auch nicht der unpfändbare Betrag nach Pfändungstabelle sondern nur Lebensminimum der Bedarfsgemeinschaft (was insgesamt dem ALG-2 Niveau entspricht). Die Frage C ist sicher in Bezug auf eine mögliche Privatinsolvenz gestellt: Hier muss man sagen, es gibt natürlich im gesamten Verfahren eine Obliegenheit, bestmöglich Einkommen zu erzielen. Allerdings ist dadurch nicht die Möglichkeit abgeschnitten, sich einer vernünftigen Ausbildung zu unterziehen, denn die ist darauf gerichtet sein Einkommen nachhaltig zu steigern. Die Insolvenz bricht nicht die Möglichkeit der sinnvollen Ausbildung ab. Generell gilt, dass die Obliegenheit, eine Tätigkeit wahrzunehmen, immer begrenzt ist von den tatsächlichen Möglichkeiten und der Zumutbarkeit. Zumutbar ist es ganz sicher nicht, eine sinnvolle Ausbildung nicht wahrzunehmen. Ich kann auch sonst aus der Erfahrung nicht sagen, dass es hier Probleme im Rahmen des Insolvenzverfahrens gegeben hätte.

  4. Hallo ich hätte mal eine Frage. Ich habe neu geheiratet. Bin durch meine Exfrau mit zwei Kindern unterhaltspflichtig gegenüber meinen Kindern und aktuell auch in der Insolvenz. Ändert sich was durch meine neue Ehe bezüglich der vorgenannten Zahlungen bzw. Freibeträge etwas. Mfg Jens


    ANTWORT: Die Unterhaltspflichten gegenüber den Kindern ändern sich dadurch nicht. Es entsteht aber durch die Heirat eine zusätzliche Unterhaltspflicht, da sich Eheleute gegenüber gesetzlich Unterhalt schulden. In der Regel wird der Insolvenzverwalter allerdings, wenn der Ehepartner eigenes Einkommen hat, diesen herausrechen lassen (mittels Antrag beim Gericht gem. § 850c Abs. 6 ZPO).

  5. Sehr geehrte Damen und Herren, ich befinde mich seit 07/2021 in der Privatinsolvenz. Meine Frau und ich haben aktuell vom Kreis eine Nachforderung des Kindergartenbeitrags für unseren Sohn für die Jahre 2017-2020 erhalten. Die Nachforderung habe ich dem Insolvenzverwalter soweit auch eingereicht. Dieser hat den Kreis angeschrieben, dass die Forderung angemeldet werden muss und das Amtsgericht hat bis zum 22.12.2021 dem Kreis dazu Zeit gegeben. Der Kreis stellt nun aber die gesamte Forderung einfach meiner Frau in Rechnung. Wissen Sie ob das Rechtens ist?


    ANTWORT: Wenn Sie Gesamtschuldner dieser Forderung mit Ihrer Frau zusammen sind, werden auch nur Sie selbst durch die Insolvenz entlastet. Nur Ihnen gegenüber kann der Kreis die Forderung nicht mehr direkt (sondern nur noch im Rahmen des Insolvenzverfahrens) geltend machen. Der Gläubiger ist aber nicht gehindert, bei Bestehen weiterer Schuldner (in diesem Falle offenbar Ihre Frau) gegen diese vorzugehen. Wenn mehrere Personen Gesamtschuldner für eine Forderung sind, haftet jeder einzelne Schuldner für den gesamten Betrag; der Sinn liegt darin, dass der Gläubiger die Forderung jeweils in voller Höhe gegenüber jedem einzelnen Schuldner geltend machen kann und dadurch das Risiko eines Gesamtausfalls der Forderung geringer wird.

  6. Hallo

    Ich bin noch 1 1/2 Jahre in der privatinsolvenz und habe bis jetzt ein geringes Einkommen gehabt. Das ändert sich ab Januar endlich. Nun meine Frage ich habe 2 Kinder die von ihrem Vater nach der Düsseldorfertabelle Unterhalt gezahlt bekommen. Wir sind geschieden und die Kinder leben bei mir.Wie hoch wird mein pfändbarer Betrag dann ab Januar sein? Ich weiß nicht wie ich das berechnen bzw wie ich das aus der Tabelle ablesen soll


    ANTWORT: den pfändbaren Betrag eines Einkommens kann man immer nur feststellen, wenn zumindest bekannt ist, wie hoch das Einkommen ist. Das können Sie allerdings auch anhand der Tabelle selbst ablesen, Sie müssten nur in der 1. Spalte nach Ihrem Nettoeinkommen suchen und dann unter der Spalte für 2 Unterhaltspflichten sehen, ob und wenn ja wie viel bei Ihrem Einkommen pfändbar ist. Unterhalt gilt als Einkommen der Kinder, führt also nicht unmittelbar dazu, dass Ihr Pfändungsfreibetrag sich ändert. Wenn das der Kern Ihrer Frage ist, kann man sagen, dass durch die Unterhaltszahlung für die Kinder sich das für Sie relevante Einkommen (und damit die Höhe der Pfändbarkeit) nicht ändert.

  7. Hallo ich habe vor 3 Monaten vom Stromanbieter 630,-€ zurück bekommen da ich zuviel bezahlt habe. Ich verdiene 1700,-€ und bin dadurch über meinem Freibetrag.Ich habe 1 kind was bei mir lebt und ddadurch einen Arbeitsschutz von 1648,-€ Ich habe mehrere Pfändungen auf meinem Konto. Auf meinem konto sind nun seit 3 Monaten 544,- an die nicht nicht rankomme. Mein Gehalt wurde mir auf ein anderes Konto überwiesen die letzten Monate. Was passiert denn nun mit dem Geld was noch auf meinem Konto ist??? Wir das an dir Gläubiger ausgezahlt?


    ANTWORT: ja, das ist leider keine Frage zur Pfändungstabelle. Die Pfändungstabelle regelt nur den unpfändbaren Teil des Einkommens, wozu Arbeitseinkommen oder entsprechende Ersatzleistungen gehören (nicht aber Rückzahlungen). Ich vermute, dass sich die Frage auch eher auf den Schutz durch das P-Kontos bezieht, was allerdings ebenfalls keine Frage der Pfändungstabelle ist. Sie müssen bedenken, dass die Frage, wie das Konto geschützt werden kann und wie das P-Konto funktioniert nur mittelbar etwas mit der Pfändungstabelle zu tun hat. Es wäre daher sinnvoll, wenn Sie den entsprechenden Artikel lesen und schauen, ob dort Ihre Fragen beantwortet werden: P-Konto: Fragen und Antworten aus der Praxis

  8. Guten Tag, ich befinde mich seit August 2021 in der Privatinsolvenz. Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder ( 7 und 9). Mein Nettoeinkommen beträgt 2555 € und das Nettoeinkommen meiner Frau 1400€. Nun werden meine beiden Kinder nur jeweils zu 50% als unterhaltpflichtig bei mir angerechnet da meine Frau ihr eigenes Gehalt verdient. Dadurch ist der pfändbare Betrag natürlich erheblich gestiegen. Nach Rücksprache mit der Schuldnerberatung ist diese Berechnung wohl nicht üblich und so ein Fall auch bei der Schuldnerberatung nicht bekannt. Laut Schuldnerberatung hätten beide Kinder komplett bei mir angerechnet werden sollen. Der Insolvenzverwalter hat beim Amtsgericht einen Antrag gestellt, dass die beiden Kinder zu 100% bei mir angerechnet werden, leider ohne Erfolg. Gibt es noch Möglichkeiten sich dagegen zu wehren. Und wenn ja, wie sind die Aussichten auf Erfolg Danke vorab und Grüße Martin


    ANTWORT: in der von Ihnen benannten Situation, noch dazu im Insolvenzverfahren, ist leider dieses Vorgehen alles andere als unüblich. Das war vor einigen Jahren noch anders, aber heute ist es die Regel, dass es so läuft wie bei Ihnen. Ich nehme an, dass der Antrag auch gestellt worden ist, den Ehepartner herauszurechnen (und nicht nur die Kinder). In den meisten Fällen wird dann beantragt, die Kinder nur zu 50 % zu berücksichtigen, wobei es da nicht unwesentlich darauf ankommt, wie die Berechnung erfolgt (siehe dazu hier). Wenn man gegen den Antrag vorgehen will (es handelt sich um einen Antrag des Insolvenzverwalters gemäß § 850c Abs. 6 ZPO), dann muss man deutlich machen, dass diese Berechnung zu einer Belastung des Ehepartners führen würde, die diesem nicht mehr zumutbar ist. In den meisten Fällen gelingt dieser Nachweis nicht, und Insolvenzgerichtes sind ohnehin immer geneigt, die Anträge der Insolvenzverwaltung ohne nähere Prüfung einfach durchzuwinken (normalerweise ist hier eine konkrete Ermessensausübung des Gerichts erforderlich, die aber selten genug ausgeübt wird). Ich selbst bin von der Sinnhaftigkeit dieser rechtlichen Handhabung auch nicht überzeugt, aber das ist die heutige Praxis.

  9. Hallo,ich arbeite teilzeit und verdiene 711 netto desweiteren bekomme ich teilerwerbsminderungsrente von montl. 263 € dazu bekomme ich aufstockend Hartz 4 von 166€. Habe jetzt eine Pfändung auf meinem p konto. Wie ich erfahren habe, telefonisch, habe ich auf dem Konto zur Zeit 0€ Freibetrag. ist das rechtens von der bank


    ANTWORT: das ist nur dann denkbar, wenn Sie das Konto nicht als P-Konto führen. Das sollten Sie dringend prüfen. Hierzu müssen Sie Ihrer Bank lediglich mitteilen, dass Sie das Konto mit dem P-Konto Schutz führen wollen. leider ist das nicht das Thema dieses Artikels, denn wir haben zum P-Konto eigenständige Artikel (insbesondere diesen: (P-Konto: Fragen und Antworten aus der Praxis). Es ist nämlich nur die eine Frage, ob ein bestimmter Betrag unpfändbar ist, die andere Frage ist immer, wie das auf dem P-Konto realisiert wird. Das hat unmittelbar mit der Pfändungstabelle nichts zu tun. Wenn Sie die Bank anweisen, Ihr Konto als P-Konto zu führen, haben Sie einen Freibetrag von ca. 1250 €. Wenn Sie diesen mit Ihren monatlichen Eingänge nicht überschreiten, ist kein weiterer Schutz mehr nötig.

  10. Hallo, ich bin alleinerziehend von 2 Kindern, beziehe Erwerbsminderungsrente, 2x Kindergeld, 1x Unterhaltsvorschuss und habe ein Pfändungsschutzkonte. Ein Kind ist jetzt 18 Jahre alt geworden umd hat gerade die 10 Klasse beendet. Er lebt bei uns und ist arbeitssuchend. Wie wirkt sich das auf unsere Freibeträge aus. MfG


    ANTWORT: die Unterhaltspflicht für das 18-jährige Kind endet grundsätzlich erst, wenn die erste Ausbildung abgeschlossen wurde. Voraussetzung ist natürlich, dass eine Ausbildung überhaupt angestrebt wird. Bis zu diesem Zeitpunkt wird das Kind pfändungstechnisch als Unterhaltspflicht berücksichtigt. Anders kann es nur sein, wenn (zum Beispiel aufgrund eigenem Einkommens des Kindes) eine teilweise oder gänzliche Nichtberücksichtigung durch einen Gläubiger beantragt wird. Wie hoch Ihr konkreter unpfändbarer Betrag ist, kann ich Ihnen natürlich nicht sagen, denn das hängt ja von der Höhe Ihres Einkommens ab. Den durch die Bescheinigung aufgrund von zwei Unterhaltspflichten und der Berücksichtigung von Kindergeld (in Höhe von 219 €) schützbare Betrag kann ich Ihnen natürlich nennen, das sind (Stand Juli 2021) 2.424,73 € (davon 438 € Kindergeld). Der Eingang von Unterhaltsvorschuss ist allerdings nicht zusätzlich geschützt. Sollten die Eingänge aufgrund der Zahlung des Unterhaltsvorschusses Ihren Freibetrag übersteigen, wäre es sinnvoll, diese Leistungen auf ein Konto des Kindes vornehmen zu lassen. Unterhaltsvorschuss zählt technisch gesehen als Einkommen des Kindes, sodass daran auch nichts auszusetzen wäre. Auf diese Weise belastet der Unterhaltsvorschusseingang nicht mehr Ihren Freibetrag. Man muss allerdings auch dazu sagen, dass es so lange kein Problem ist, solange Sie mit dem bestehenden Freibetrag zurechtkommen (diesen also insgesamt nicht übersteigen).

  11. Guten Tag, ich überlege in die 3 Jahres Insolvenz zu gehen und wollte wissen wie hoch ich verdienen darf? Was passiert wenn ich zuviel verdiene, erhöht sich der Betrag von 35 Prozent?


    ANTWORT: die Frage gehört leider überhaupt nicht zum Thema des Artikels, deshalb möchte ich Ihnen hier auch nur äußerst kurz antworten. Verdienen können Sie natürlich was Sie wollen. Abgeführt wird immer der pfändbare Teil des jeweiligen Lohns. Das wird jeden Monat genau berechnet nach den Regeln der §§ 850ff. ZPO. Wenn nach Erledigung der Kosten 35 % zur Befriedigung für die Gläubiger übrig bleiben und das Ganze bis zum Ablauf des 3. Jahres, dann können Sie einen Antrag auf vorzeitige Restschuldbefreiung stellen. Wenn mehr pfändbar ist, als nötig ist, um in 3 Jahren die 35 % zu erreichen, ändert das aber nichts. Sie müssen dann trotzdem den pfändbaren Teil abführen. Das mit den 35 % in 3 Jahren stellt nur die Mindestvoraussetzung für die vorzeitige Restschuldbefreiung dar. Es limitiert aber nicht die Verpflichtung zur Abführung des pfändbaren Einkommens vor Ablauf des 3. Jahres.

  12. Guten Abend, ich bin seit 12.2016 in der Regelinsolvenz nach gescheiteter Selbständigkeit. Seit 6 Monaten bin ich als Angestellter tätig und verdiene im Schnitt 1290 € netto. Ich bin alleinerziehend. Mein 18 jähriger Sohn verdient in der Ausbildung 785 € netto und bleibt ab sofort nach ganz aktuellem Beschluß des Insolvenzgerichtes aus der Pfändungstabelle unberücksichtigt. Ich glaube, dass ich daran nichts ändern kann, oder ? Ich habe einen weiteren Sohn (2 Jahre) der bei seiner Mutter lebt. Ich werde nun an diesen Monat 154 € an die Unterhaltsvorschussstelle zahlen. Allerdings hat der Kleine ja Anspruch auf 251 € Mindestunterhalt. Wenn ich die 154 € aber nur zahle, kann dann dieser auch ggf. anteilig aus der Tabelle genommen werden?


    ANTWORT: der Insolvenzverwalter (wie auch jeder Gläubiger bei einer Pfändung) kann bei eigenem hinreichenden Einkommen von Unterhaltsberechtigten gem. § 850c Abs. 4 ZPO beantragen, dass die betreffende Person nicht oder nur noch teilweise bei der Berechnung des pfändbaren Einkommens berücksichtigt wird. Das ist offenbar bei Ihrem älteren Sohn geschehen. Ich kann nicht beurteilen, ob das in Ordnung geht, aber von der Einkommensgröße her gesehen könnte es (wenn das Kind bei Ihnen zu Hause lebt) hinkommen. Bei dem kleineren Kind müssen Sie hingegen aufgrund der Unterhaltszahlungen nunmehr auch dafür sorgen, dass diese Unterhaltszahlung berücksichtigt wird. Jedenfalls dann, wenn Sie bislang noch nicht berücksichtigt wurde. Wie viel Unterhalt Sie zahlen, ist für diese Frage nicht relevant. Die Berücksichtigung von Unterhaltsberechtigten erfolgt unter zwei Bedingungen. Die erste ist, dass die Unterhaltspflicht überhaupt noch besteht. Das kann man hier bejahen. Die zweite Bedingung ist, dass Unterhalt gezahlt wird. Sofern das Kind nicht im eigenen Haushalt lebt, muss die Unterhaltszahlung in Geld erfolgen. Das ist nach Ihren Angaben auch der Fall. Die Höhe des gezahlten Unterhalts ist nicht wichtig (sofern es nicht als völlig unwesentlich angesehen werden muss, man denke hier an die Zahlung von 5 € o. ä.). Die Höhe des Unterhalts ist lediglich eine Unterhaltsfrage, interessiert also den Unterhaltsberechtigten und natürlich auch Sie als Unterhaltspflichtigen. Aber, wie gesagt für die pfändungstechnische Seite ist nicht relevant, wie viel Unterhalt Sie zahlen müssen, sondern nur, dass Sie Unterhalt zahlen. Es bleibt also bei der vollen Berücksichtigung der Unterhaltspflicht.

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