Arithmetik der Einkommenspfändung

Grundlagen - Ganz ohne Tabelle - Ein Blick unter die "Motorhaube" des § 850c ZPO

Selbst berechnet

 Januar 2018  In der Praxis stellt sich sehr häufig die Frage, wie die Pfändungsfreibeträge, wie wir sie in der Pfändungstabelle vorfinden, gebildet werden. Die Berechnung erfolgt nach den Vorgaben des § 850c Zivilprozessordnung (ZPO). Dort findet man die Berechnungsmethode, mit der für jeden Netto-Einkommensbetrag der dazugehörige pfändbare Betrag ausgerechnet werden kann und zwar haargenau so, wie man ihn auch in der Tabelle selbst vorfindet. Auch die offizielle Pfändungstabelle ist nichts anderes, als eine Sammlung von Beträgen, die aus dieser Berechnung hervorgegangen ist. Diese Berechnungsmethode ist immer gleich, es müssen hierzu nur die statischen Freibeträge bekannt sein, die durch die Bekanntmachung zu den Pfändungsfreibeträgen in den ungraden Jahren überprüft und (zumeist) geändert werden (zuletzt zum 01.07.2017).

Kurz gefasst erfolgt die Berechnung wie folgt: Nettoeinkommen (für das der pfändbare Betrag festgestellt werden soll) minus Freibeträge des Schuldners. Der Rest ist der pfändbare Betrag. Die Freibeträge des Schuldners  sind zum einen die statischen Beträge (s.u. 1. Schritt), die summenmäßig immer gleich sind. Zum anderen sind es die variablen Freibeträge, die von der konkrete Höhe des betreffenden Nettoeinkommens abhängig sind (s. u. 2. Schritt).

Wir werden in diesem Artikel nur die Berechnung aufgrund des monatlichen Einkommens und ganzer Unterhaltspflichten besprechen, da dies der Regelfall in der Praxis ist. Es gibt darüber hinaus auch noch Werte/ Tabellen für die Pfändungsberechnung für tageweise oder wöchentlich gezahlte Einkommen. Auch gibt es eine besondere Situation, wenn das Gericht die nur anteilige Berücksichtigung von Unterhaltspflichten angeordnet hat (§ 850c Abs. 4 ZPO, s.u. 3c).  Die Methodik ist aber die selbe.

1. Statische Freibeträge vom Nettoeinkommen abziehen (1. Schritt)

 

Überschiessender Betrag

 

a. Freibeträge

Im ersten Schritt werden zunächst die statischen Freibeträge der betreffenden Person zusammengerechnet. Das sind die Beträge, die aus § 850c Abs. 1 ZPO in Verbindung mit der jeweils geltenden Bekanntmachung der Pfändungsfreigrenzen entnommen werden.[1] Es gibt dafür drei verschiedene Werte:

  1. Grundfreibetrag (1.133,80 €) +
  2. Freibetrag 1. Unterhaltspflicht (426,71 €) +
  3. Freibetrag 2. bis 5. Unterhaltspflicht (je 237,73 €)
Geregelt in: § 850c Absatz 1 ZPO

Da diese Beträge immer die selben sind, ist die Kombinationsbreite sehr überschaubar. Bei der Berechnung im 1. Schritt trifft daher immer eine der nachfolgenden sechs Freibetragssummen zu:

  • 2.511,43 (= 5 Unterhaltspflichten = 1.133,80 + 426,71 + 4 x 237,73 €)
  • 2.273,70 (= 4 Unterhaltspflichten = 1.133,80 + 426,71 + 3x 237,73 €)
  • 2.035,97 (= 3 Unterhaltspflichten = 1.133,80 + 426,71 + 2x 237,73 €)
  • 1.798,24 (= 2 Unterhaltspflichten = 1.133,80 + 426,71 + 1x 237,73 €)
  • 1.560,51 (= 1 Unterhaltspflicht = 1.133,80 + 426,71 + 0)
  • 1.133,80 (= 0 Unterhaltspflichten = 1.133,80 € + 0 + 0)

b. Abzug vom Nettoeinkommen

Wenn man diesen statischen Freibetrag bestimmt hat, wird dieser nun vom Nettoeinkommen (für das der pfändbare Betrag bestimmt werden soll) abgezogen. Als Ergebnis liegt nunmehr der Betrag vor, der die statischen Freibeträge übersteigt (“überschießender Betrag”). Dieser Betrag ist die eigentliche Grundlage für die abschließende Pfändungsberechnung (s.u. Schritt 2).

Anmerkung
Wenn hier vom Nettoeinkommen gesprochen wird, ist das bereinigte Nettoeinkommen gemeint. Denn das, was der Arbeitgeber an den Arbeitnehmer überweist ist der Lohnnettobetrag, der im Einzelfall noch besondere unpfändbare Bestandteile enthalten kann, wie sie sich insb. aus § 850a ZPO ergeben. Bekannt sind hierbei die nur teilweise Pfändbarkeit von Weihnachtsgeld, die Unpfändbarkeit von Urlaubsgeld oder Mehraufwandsentschädigungen. Diese Anteile muss man vorher herausrechnen, denn nur der Rest ist ja für die Pfändbarkeitsberechnung noch relevant.

Für diese Berechnung gibt es eine Besonderheit: Das Nettoeinkommen wird zuvor abgerundet auf den nächsten durch 10 Euro teilbaren Betrag (§ 850c Abs. 3 ZPO).

Geregelt in: § 850c Absatz 3 ZPO

Beispiel: Ein Schuldner hat 2 Unterhaltspflichten und ein Nettoeinkommen von 2.812,89 €

2.810,00 € Abrundung Nettoeinkommen
-1.798,24 € Abzug statische Freibeträge aufgrund von 2 Unterhaltspflichten
=1.011,76 € Resultat Schritt 1 = “überschießender Betrag”

Bewirkt der Abzug der Freibeträge vom Nettoeinkommen ein Ergebnis, das Null oder kleiner als Null ist, dann heißt dies, das nichts pfändbar ist. In diesem Fall kann die Berechnung schon hier beendet werden, da sich auch in der weiteren Berechnung keine pfändbaren Anteile mehr ergeben können.

Beispiel: Ein Schuldner hat 2 Unterhaltspflichten und ein Nettoeinkommen von 1.612,89 €

1.610,00 € Abrundung Nettoeinkommen
– 1.798,24 € Abzug statische Freibeträge aufgrund von 2 Unterhaltspflichten
= -188,24 € = kein “überschießender Betrag” = nichts pfändbar!

Anmerkung
Das Ergebnis des 1. Berechnungsschritts stellt fest, wie hoch der überschießende Betrag ist. Das ist der Rest vom Nettoeinkommen, wenn die statischen Freibeträge hiervon abgezogen worden sind. Nur von diesem überschießenden Betrag erhält der Gläubiger einen pfändbaren Anteil. Dieser pfändbare Anteil kann – wie wir gleich sehen werden – maximal die Höhe von 7/10 des überschießenden Betrags erreichen. Ist kein überschießender Betrag da (weil die statischen Freibeträge schon höher sind als das Nettoeinkommen), ist folglich auch nichts pfändbar.

2. Vom Resultat variable Freibeträge abziehen (2. Schritt)

a. Freibeträge

Das Ergebnis aus dem 1. Schritt stellt nur ein Zwischenergebnis dar. Im Prinzip haben wir dort nur den Betrag ermittelt, der die statischen Freibeträge übersteigt (= überschießender Betrag) und der die eigentliche Grundlage für die Pfändung bildet.

Warum ist nun ein 2. Schritt nötig?

Der Gesetzgeber hat in § 850c Abs. 2 Satz 1 ZPO geregelt, dass der Schuldner am “überschießenden Betrag” nochmals beteiligt wird. Dies geschieht dadurch, dass er prozentuale Anteile hiervon als weitere Freibeträge erhält. Diese Freibeträge sind wiederum im Gesetz festgelegt, und zwar – anders als im ersten Schritt – nicht als feste Eurowerte, sondern als Zehntel-Anteile. Auch hier unterscheidet das Gesetz drei Werte:

Freibeträge nach § 850c Abs. 2 Satz 1 ZPO

3/10 vom überschießenden Betrag (Grundfreibetrag) +
2/10 vom überschießenden Betrag (1. Unterhaltspflicht) +
1/10 vom überschießenden Betrag (jeweils 2. bis 5. Unterhaltspflicht)

Geregelt in: § 850c Absatz 2 Satz 1 ZPO

Im Prinzip also wird der überschießende Betrag (= Ergebnis aus Schritt 1) durch 10 Teile geteilt und hiervon dem Schuldner je nach Anzahl der Unterhaltspflichten Anteile belassen. Mit einer maximalen Ausschöpfung bei 5 Unterhaltsverpflichtungen sind das 9/10 (= 3/10 + 2/10 + 4 x 1/10), in diesem Fall erhält der Gläubiger letztlich insgesamt nur 1/10 vom überschießenden Betrag. Hat der Schuldner keine Unterhaltspflichten, dann erhält der Gläubiger 7/10 (10/10 – Grundfreibetrag 3/10).[2]

Beispiel: Ein Schuldner hat 2 Unterhaltspflichten und ein Nettoeinkommen von 2.812,89 €

2.810,00 € (Abrundung Nettoeinkommen)
1.798,24 € (Abzug statische Freibeträge, 2 Unterhaltspfl.)

=1.011,76 € = Resultat 1. Schritt = überschießender Betrag

-303,528 (= 3/10 von 1.011,76 €, Grundfreibetrag)
-202,352 (= 2/10 von 1.011,76 €, 1. Unterhaltspflicht)
-101,176 (= 1/10 von 1.011,76 €, 2. Unterhaltspflicht)
∑ -607,056

-607,06 (gerundet)

∑ 404,70 € Resultat 2. Schritt = pfändbarer Betrag

b. Minimale Pfändbarkeit

Die nachfolgende Abbildung zeigt die minimale Pfändbartkeit bei 5 Unterhaltspflichten. Hierbei entsteht nicht nur der höchste statische Freibetrag (1. Schritt), sondern auch die maximale Beteiligung von 9/10 für den übersteigenden Betrag (2. Schritt). In diesem Fall erhält der Gläubiger als pfändbaren Betrag nur 1/10 vom übersteigenden Betrag. Die bildliche Darstellung zeigt, wie der überschießende Betrag aufgeteilt wird. Der blaue Anteil am Ende stellt den pfändbaren Anteil am konkreten Nettoeinkommen dar:

Minimaler Pfändungsbetrag
Minimaler Pfändungsanteil

Anmerkung
Wenn es einen überschießenden Betrag gibt, gibt es auch immer einen pfändbaren Anteil, da sich die Freibeträge am überschießenden Betrag auf maximal 9/10 summieren können (bei 5 Unterhaltspflichten). Das heißt, dass  in jedem Fall 1/10 für die Pfändung zur Verfügung steht.

c. Maximale Pfändbarkeit

Die maximale Pfändbarkeit entsteht folglich dann, wenn die Freibeträge am niedrigsten sind. Das ist der Fall, wenn der betreffende Schuldner keine Unterhaltsverpflichtungen hat. Dann steht ihm von den statischen Freibeträgen nur der Grundfreibetrag (Schritt 1) zu. Dies führt zu einem höheren überschießenden Betrag und damit auch zu einer Wertzunahme der Zehntelanteile, von denen der Schuldner ebenfalls nur den Grundfreibetrag von 3/10 erhält (Schritt 2). Die Pfändbarkeit erreicht hier die maximale Höhe von 7/10 vom überschießenden Betrag. In der folgenden Abbildung sieht man, dass aufgrund des minimalen statischen Freibetrages der Wert der Zehntelanteile größer (“breiter”) ausfällt:

Maximal pfändbar

 

d. Abschließendes Beispiel für Berechnung 1. und 2. Schritt

Beispiel: Der Schuldner hat 3 Unterhaltspflichten und ein Nettoeinkommen von 3.044,32 Euro:

3.044,32 € (konkretes Nettoeinkommen)
3.040,00 € (Abrundung)

2.035,97 € (= statischer Freibetrag: 1.133,80 € + 426,71 € + 237,73 + 237,73)

=1.004,03 € (= Ergebnis aus 1. Schritt = 10/10)

-301,209 € (=3/10 von 1.004,03 € variabler Grundfreibetrag)
-200,806 € (=2/10 von 1.004,03 € variabler Freibetrag 1. Unterhaltspflicht)
-100,403 € (=1/10 von 1.004,03 € variabler Freibetrag 2. Unterhaltspflicht)
-100,403 € (=1/10 von 1.004,03 € variabler Freibetrag 3. Unterhaltspflicht)
∑ -702,821 €

-702,82 € (gerundet)

∑ 301,21 = pfändbarer Betrag von 3.044,32 € = Tabellenwert

3. Besonderheiten

Bisher haben wir uns den Normalfall angesehen. Aber es gibt einige Besonderheiten, die man kennen sollte.

a. Vertikale Grenze – Ab welchem Betrag es gar keinen Schutz mehr gibt

In § 850c Abs. 2 ZPO[3] finden wir in Satz 2 einen Grenzbetrag, ab dem keine Freibeträge mehr gewährt werden:

Geregelt in: § 850c Absatz 2 Satz 2 ZPO

Dieser Betrag beendet also bildlich gesprochen die Pfändungstabelle. Für den Teil des Nettoeinkommens, das diesen Endbetrag übersteigt, gibt es keinerlei Pfändungssschutz nach § 850c ZPO mehr. Dieser Teil ist voll pfändbar.

Endbetrag Pfändungstabelle

Abb.: Der letzte benannte Betrag in der Pfändungstabelle

Wenn Einkommen vorliegt, das höher ist, als der Grenzbetrag, dann erfolgt die Berechnung mit einem weiteren Zwischenschritt:

Beispiel: Der Schuldner hat 1 Unterhaltspflicht und ein Nettoeinkommen von 3.827,80 Euro:

I.

3.827,80 € (konkretes Nettoeinkommen)
-3.475,79 € (Grenzbetrag/ Höchstbetrag gem. § 850c Absatz 2 Satz 2 ZPO)
=352,01 € (voll pfändbarer Anteil)

II.

3.475,79 € (maßgebliche Berechnungssumme)
3.470,00 € (Abrundung)

1.560,51 € (= statischer Freibetrag: 1.133,80 € + 426,71 €)

=1.909,49 € (= Ergebnis aus 1. Schritt = 10/10)

-572,847 € (= 3/10 von 1.021,76 € variabler Grundfreibetrag)
-381,898 € (= 2/10 von von 1.021,76 € variabler Freibetrag 1. Unterhaltspflicht)
∑ -954,745

-954,74 € (gerundet)

+352,01 (voll pfändbarer Anteil)

∑ 1.306,76 = pfändbarer Betrag von 3.827,80 €

b. Horizontale Grenze – Maximale Zahl berücksichtigungsfähiger Unterhaltspflichten

§ 850c ZPO beschränkt die Anwendbarkeit auch noch in Bezug auf die Anzahl der berücksichtigungsfähigen Unterhaltspflichten. Liegt ein Fall mit mehr als 5 Unterhaltspflichten vor, wird gleichwohl nur mit 5 Unterhaltspflichten gerechnet. Im Gesetz werden Freibeträge in § 850c Abs. 1 und in §  850c Abs. 2 ZPO nur bis zur fünften Person eingeräumt.

Das heißt nicht, dass bei einer größeren Anzahl von Unterhaltspflichten gar kein Pfändungsschutz mehr möglich wäre. Aber eben nicht über den automatisierten Schutz in § 850c ZPO. Ein weitergehender Schutz ist dann nur über eine Antragstellung möglich; vorgesehen ist sie für derartige Fälle ausdrücklich in § 850f ZPO:

Geregelt in: § 850f Absatz 1 lit. c ZPO

Der Unterschied zwischen der Antragsmöglichkeit nach § 850f ZPO zum Pfändungsschutz nach § 850c ZPO ist natürlich klar: Bei § 850f ZPO entscheidet das Vollstreckungsgericht im Einzelfall (das Gericht “kann…belassen”) und man erreicht dort auch nicht, dass ein bestehender pfändbarer Betrag völlig auf Null herabgesetzt wird; § 850f Abs. 1 ZPO spricht ausdrücklich davon, dass nur ein Teil belassen werden kann. Gleichwohl ist es mit dieser Regelung im Falle des Vorliegens von mehr als 5 Unterhaltspflichten bei entsprechendem Bedarf möglich, eine Erhöhung ohne größere technische Probleme zu erreichen.

c. Nur teilweise Berücksichtigung von Unterhaltsverpflichtungen

Der Grundfall bei der Berechnung des pfändbaren Einkommens bezieht sich auf volle Unterhaltsverpflichtungen. Das sollte die Regel sein, denn nur das ist im Gesetz näher dargelegt. Allerdings kommt es immer häufiger vor, dass Gerichte auf Antrag des Gläubigers (oder des Insolvenzverwalters/ Treuhänders) eine nur anteilige Berücksichtigung von Unterhaltspflichten anordnet, wenn diesen Personen eigene Einkünfte zugerechnet werden können. Grundlage hierfür ist § 850c Abs. 4 ZPO:

Geregelt in: § 850c Absatz 4 ZPO

Das Gesetz sieht also die Möglichkeit einer gänzlichen oder teilweisen Nichtberücksichtigung vor. Unproblematisch ist dabei die Berechnung, wenn die Unterhaltsverpflichtung ganz herausgerechnet wird, da dann einfach so gerechnet wird, als würde es diese Unterhaltsverpflichtung gar nicht geben. Damit sinkt die Zahl der Unterhaltsverpflichtungen lediglich. Praktisch kommt diese Variante sehr häufig bei Eheleuten vor; wenn der Ehegatte ein eigenes Einkommen hat, genügt dies meist, um die Voraussetzungen für die vollständige Herausrechnung zu erfüllen.

Die teilweise Nichtberücksichtigung sieht hingegen in der Regel eine prozentuale Absenkung vor (sehr häufig 50%). Es stellt sich dann naturgemäß die Frage, wie man das berechnen kann. Es klingt zunächst sehr einfach, aber das ist es nicht. Andererseits sind wir jetzt gut vorbereitet, weil die Lösung nur auf Grund der dargestellten Berechnungsmethode gefunden werden kann, also “unter der Motorhaube”.

Wir haben diesem Thema einen weiteren Artikel gewidmet, der an diesen Artikel anschließt und in Kürze erscheint.

 

Fußnoten:
[1] Die Gesetzestexte zu § 850c ZPO zeigen meist nicht die aktuellen Beträge, sondern die ursprünglichen Zahlen aus der Zeit, in der die Norm in der vorliegenden Form geschaffen wurde. Man muss dann immer die aktuelle Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung (das ist übrigens tatsächlich die offizielle Bezeichnung) hinzuziehen (vgl. auch § 850c Abs. 2a ZPO). [ZURÜCK]
[2] bei der Berechnung ist auf Rundungsungenauigkeiten zu achten. Es empfiehlt sich, die Zwischensummen mit mindestens drei Nachkommastellen zu errechnen und erst das Ergebnis zu runden. Vgl. dazu die nachfolgenden Rechenbeispiele. [ZURÜCK]
[3] Beachte auch hier Anm. [1] [ZURÜCK]
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3 Kommentare

  1. Guten Tag, ich habe einen Lehrauftrag über sechs Semester als Nachzahlung auf mein P-Konto überwiesen bekommen. Nun hat mit die Besoldungsteile bescheinigt über welchen Zeitraum die Nachzahlung gilt und wieviel das pro Monat ist. Keiner der Beträge übersteigt meinen Pfändungfreisbetrag und trotzdem will die Bank eine Bescheinigung ähnlich der Bescheinigung nach §850 Abs. 5 ZPO und §850 Abs. 2 ZPO. Welche Bescheinigung könnte das sein? Hätte die Besoldungsstelle pro Monat abgerechnet, hätte ich gar kein Problem! Dank und Gruß.


    ANTWORT: Die Bank berücksichtigt diese Umstände nicht, der Fehler ist also jetzt hier, dass Sie das an der falschen Stelle – also direkt bei der Bank – vortragen. Im Prinzip ist es so, dass Sie schon richtig herangehen, indem Sie auf den Umstand abstellen, für welche Monate die Zahlungen bestimmt sind. Da wir hierzu auch einen sehr aktuellen Artikel haben, möchte ich bei dieser Gelegenheit auf diesen hinweisen. Aber um es gleich vorweg zu nehmen, Sie müssen zur Freistellung einen Antrag stellen gemäß § 850k Abs. 4 ZPO. Immer dann, wenn das P-Konto die unpfändbaren Beträge nicht gewährt, ist dies erforderlich. Mit Bescheinigung kann man diese Sachverhalte nicht freistellen lassen. Da es nun aber unstrittig so ist, dass die Rückberechnung auf die Monate erfolgen muss, für die diese gezahlt werden, steht auch fest, dass in Ihrem Fall die Gesamtnachzahlung unpfändbar ist. Wie gesagt, das prüft nicht die Bank, das muss man über einen Antrag (je nachdem, wer gepfändet hat, beim Vollstreckungsgericht oder bei der selbst vollstreckenden Körperschaft) freistellen lassen. Hier noch der Verweis auf den angesprochenen Artikel: Pfändbarkeit von Nachzahlungen

  2. Hallo, wie sieht es aus, wenn ich als deutscher Staatsbürger im Ausland wohne. Schweiz. Ich verdiene hier deutlich mehr und das Bafög Amt meint das die deutschen pfändungsgrenzen massgebend sind, obwohl ich hier ja auch deutlich höhere Ausgaben habe und hier andere Grenzen gelten. Nach dem Schweizer Grenzen und Ausgaben würden noch 90€ zu pfänden bleiben. Das wollen die aber nicht akzeptieren.


    ANTWORT: Es wäre wirklich sehr hilfreich, wenn Sie Ihre Fragen bei einem Artikel stellen, der mit dem Thema zu tun hat. Das ist vorliegend nicht der Fall. Ich möchte dennoch kurz darauf antworten. Ab wann für BAföG Rückzahlungen verlangt werden können, hat primär erst mal nichts mit der Pfändungstabelle oder Pfändungsfreibeträgen zu tun. Ansonsten gilt allerdings, wenn das Amt pfänden will: Sollte Ihr Einkommen in Deutschland ankommen oder Sie in Deutschland Einkommen beziehen, kann das Amt in Deutschland vollstrecken. Dann gelten natürlich selbstverständlich auch die Regeln des deutschen Pfändungsrechts. Will sie Einkommen oder Vermögen in der Schweiz pfänden, richtet sich die Pfändbarkeit nach Schweizer Recht.

  3. Hallo, wie sieht denn die Berechnung mit Weihnachtsgeld aus, habe im November 2389,82 € Weihnachtsgeld Brutto bekommen. Wird der zu pfändende Betrag aus den einzelnen Positionen, Nettolohn und dann Weihnachtsgeld errechnet und dann zusammen gerechnet oder aus der Gesamtsumme beider Komponenten.
    Vielen Dank für Ihre Mühe. Gruß


    ANTWORT: Vielen Dank für den Hinweis, da er es mir ermöglicht, das zu ergänzen. Wenn oben von Nettoeinkommen gesprochen wird, ist das Pfändungsnetto gemeint. Das ist nicht immer das, was der Arbeitgeber überweist, Lohnnetto und Pfändungsnetto können sich also unterscheiden. Und das ist immer dann der Fall, wenn im Einkommen teilweise oder gänzlich unpfändbare Bestandteile gem. § 850a ZPO (dazu gehört auch das Weihnachtsgeld) enthalten sind. Die unpfändbaren Bestandteile gem. § 850a ZPO muss man vorher herausrechnen, erst dann hat man das Pfändungsnetto, für das man dann in die Tabelle schauen oder nach obigen Muster den unpfändbaren Anteil berechnen kann. Von Ihrem Weihnachtsgeld sind 500 Euro völlig unpfändbar. Der Rest (normales Einkommen + Weihnachtsgeld – 500) ist dann das Nettoeinkommen in obigen Sinne. Allerdings kann man die 500 Euro nicht einfach unten abziehen, da noch die steuerlichen Anteile berücksichtigt werden müssen, das macht die Sache leider zwischenzeitig sehr kompliziert, wenn es um genau Zahlen geht. Ohne Berechnungsprogramm ist das kaum mehr möglich. Aber: Wenn man diese Berechnung durchgeführt hat, dann hat man auch das Pfändungsnetto, für das man dann in obiger Weise den pfändbaren Betrag feststellen kann. Im Prinzip also so: Lohnnetto – unpfändbarer Anteil = Pfändungsnetto -> davon pfändbaren Teil ablesen/ berechnen (wie im Artikel dargestellt) = unpfändbares Ergebnis zzgl. unpfändbarer Anteil Weihnachtsgeld = Unpfändbarer Gesamtbetrag für Monat, in dem/ für den Weihnachtsgeld gezahlt wurde.

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