Pfändbarkeit von Nachzahlungen

Mit Berücksichtigung BGH-Entscheidung v. 24.01.2018 zur Pfändbarkeit von ALG-2-Nachzahlungen

Der Einkommensschutz gemäß § 850c ZPO sieht vor, was vom monatlichen Einkommen als unpfändbar zu belassen ist. Es reicht hier in der Regel ein Blick in die Pfändungstabelle, um entscheiden zu können, was von einem bestimmten Einkommen als unpfändbar anzusehen ist. Das ist also technisch gesehen relativ leicht erklärt. Was ist nun aber mit Einkommenszahlungen, die nicht in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit dem Monat stehen, für den sie bestimmt sind?

Es kommt ja häufiger vor, dass Einkommen im Folgemonat für den Vormonat gezahlt wird. Das ist in der Praxis pfändungsrechtlich überhaupt gar kein Problem. Aber wie sieht es aus, wenn beispielsweise ein Arbeitgeber nach 10 Monaten feststellt, dass er seinem Arbeitnehmer monatlich 200 € zu wenig gezahlt hat und dies nunmehr im 11. Monat in einer Summe nachzahlt? Dann kommen mit einem Schlag 2.000 € zusätzlich auf dem Konto des Arbeitnehmers an. Ist das dann pfändungsgeschützt?


1. Pfändung bei Einkommensnachzahlungen

Im Pfändungsrecht gilt die Regel, dass die Pfändbarkeit des monatlichen Einkommens danach bestimmt wird, für welchen Zeitraum (insb. für welchen Monat) die Einkommenszahlung erfolgt. Dies ergibt sich aus der gesetzlichen Regelung selbst. Denn in § 850c Abs. 1 ZPO spricht bei der Bestimmung des pfändbaren Einkommens ausdrücklich vom

„Zeitraum, für den es gezahlt wird“.

Das aber bedeutet, dass die Pfändbarkeit eben nicht davon abhängt, wann das Einkommen gezahlt wird (oder in welchen Margen), sondern für welchen Monat.[1]

Nachzahlungen führen so letztlich zu einer Zuordnung der nachgezahlten Summe zu einem bestimmten Nachzahlungsmonat, für den sich dadurch nachträglich eine andere Einkommenshöhe ergibt. Das bedeutet auch, dass bei einer bestehenden Pfändung die Pfändungsbeträge für den betreffenden Monat noch nachträglich bestimmt bzw. korrigiert werden müssen.[2]

1. Beispiel: Der Arbeitnehmer erhielt in den Monaten Januar bis Oktober jeweils ein Einkommen von 1.600,00 € (netto). Da er eine Unterhaltspflicht hat, hatte sein Arbeitgeber hiervon monatlich 19,75 € an den pfändenden Gläubiger überwiesen. Im November erfolgte eine Einkommensnachzahlung für die Monate Januar bis Oktober von jeweils 200 €, insgesamt also 2.000 €  (= 10 Monate x 200 €). Dadurch erhöhte sich das monatliche Einkommen für jeden Monat nachträglich um 200 € von 1.600 € auf jeweils 1.800 €, woraus sich (bei Berücksichtigung einer Unterhaltspflicht) ein monatlich pfändbarer Betrag von 119,75 € ergibt. Der Arbeitgeber hatte bisher unter Zugrundelegung des Nettoeinkommens von 1.600 € lediglich 19,75 € monatlich abgeführt, er muss daher pro Monat nachträglich noch den Differenzbetrag von je 100 € pro Nachzahlungsmonat an den pfändenden Gläubiger abführen, insgesamt also noch 1.000 € (= 10 Monate x 100 €).
2. Beispiel: wie eben, aber der Arbeitnehmer hat 3 Unterhaltspflichten. In dem Falle ist auch bei Zurückrechnung des Nachzahlungsbetrags noch kein pfändbares Einkommen erreicht, da mit 1.800 € (netto) bei 3 Unterhaltspflichten noch keine pfändbaren Beträge entstehen. Die nachgezahlten 2.000 € sind daher vollständig unpfändbar.

Man erkennt also, dass die Pfändungshöhe nicht unmittelbar von der Höhe der nachgezahlten Gesamtsumme abhängt. In unserem Beispiel waren es 2.000 €, die für 10 Monate nachgezahlt wurden, es könnten genauso gut 5.000 € oder 10.000 € sein, es kann eine Nachzahlung für einen Monat oder für 7 Monate oder 2 Jahre sein. Darauf kommt es nicht an, sondern allein darauf, ob die auf den einzelnen Nachzahlungsmonat entfallenden Beträge zu einer Pfändbarkeit in diesem (von der Nachzahlung betroffenen) Monat führen. Deshalb kann auch ein außerordentlich hoher Nachzahlungsbetrag vollständig unpfändbar sein. Desto länger die Nachzahlungszeiträume sind, desto mehr können sich monatliche Nachzahlungen zu einem durchaus großen (und dennoch völlig unpfändbaren) Gesamtnachzahlungsbetrag summieren.

Hinweis
Die Zurückversetzung der Nachzahlung in den Monat, für den nachgezahlt wird, bedeutet auch rechtliche Zurückversetzung. Das spielt eine Rolle, wenn (was regelmäßig aller zwei Jahre geschieht) die Pfändungstabelle geändert wird. Betrifft eine Nachzahlung einen Monat, in dem noch die alte Pfändungstabelle galt, dann ist (für diesen Monat) auch noch die alte Pfändungstabelle anzuwenden (obgleich diese zum Nachzahlungszeitpunkt nicht mehr gilt). Betrifft die Nachzahlung Zeiträume, für die teilweise die alte und teilweise auch die neue Pfändungstabelle galt, dann ist bei der Berechnung jedes einzelnen Monats die jeweils zutreffende Pfändungstabelle anzuwenden. Dasselbe Problem entsteht, wenn der betreffende Arbeitnehmer zwischenzeitig unterhaltspflichtig wurde (Kind oder Verehelichung). Das führt ja zu einer Erhöhung des unpfändbaren Betrages. Aber auch hier gilt für die rückwirkende Berechnung: Berücksichtigt wird das erst für den Monat, in dem die Unterhaltspflicht entstand.

2. Nachzahlung auf P-Konto

Das ist allerdings zunächst erst einmal nur die Antwort auf die Frage, wie Nachzahlungen pfändungstechnisch unter Zugrundelegung von § 850c ZPO zu behandeln sind. Was bedeutet das aber für das Konto?

Man kann auch hier einen generellen Satz aufstellen: Alle Freigaben des Einkommenschutzes gelten auch für Einkommen auf dem Konto (also für den Kontoschutz). Allerdings geschieht das nicht automatisch, sondern setzt (soweit der einfache P-Konto-Schutz nicht reicht) einen Antrag beim Vollstreckungsgericht[3] voraus.

Das P-Konto schützt für sich genommen erst einmal nur die statischen Freibeträge aus § 850 Abs. 1 ZPO. Das hat allein technische Gründe; man will (bzw. kann) den Banken nicht zumuten, im Rahmen der P-Konten die sehr schwierigen Pfändungsfreigabeprobleme, die sich aus der besonderen Behandlung von Einkommen ergeben, selbst lösen zu müssen. Allerdings ist unstrittig, dass auch auf dem Konto der volle Freibetrag zu gewähren ist, der sich aus der Regelung des § 850c ZPO, § 850a ZPO usw. ergibt.Dies geschieht dann aber nicht durch die Bank, sondern durch das Gericht aufgrund eines Antrags gemäß § 850k Abs. 4 ZPO.[4]

Genauso ist es auch bei den Nachzahlungen: Soweit die Nachzahlung nicht mehr vom Schutz des P-Kontos umfasst ist, kann man einen Antrag auf Freigabe dieser Beträge stellen. Die Begründung ist auch hier, dass diese Beträge unpfändbar sind.

Man muss sich also darüber klar sein, dass man zur Geltendmachung dieser unpfändbaren Beträge, soweit sie den statischen Grundfreibetrag des P-Konto übersteigen, noch etwas tun muss.

Hinweis
Die Antragstellung zur Gewährung des vollständigen unpfändbaren Einkommens auf dem Konto erfolgt nach § 850k Abs. 4 ZPO. Dieser Antrag ist immer dann erforderlich, wenn die automatisierten Freigaben auf dem P-Konto nicht die Freigabe des (tatsächlichen) unpfändbaren Betrags gewährleisten. Das ist zum Beispiel immer dann der Fall, wenn das eingehende Einkommen den P-Konto-Freibetrag überschreitet. Zur Antragstellung empfehlen wir unseren Artikel § 850k Abs. 4 ZPO – Antrag selbst gestellt – Wenn der Lohn aufs Konto kommt, Teil 2

3. BGH-Entscheidung v. 24.01.2018 (VII ZB 21/17)

Bundesgerichtshof
Zur Unpfändbarkeit von ALG-2-Nachzahlungen

In dem entschiedenen Fall ging es um eine Nachzahlung von ALG 2 in Höhe von über 5.000 €. Nachdem diese Nachzahlung einging, beantragte die Schuldnerin gemäß § 850k Abs. 4 ZPO die Freigabe dieser Nachzahlung auf dem Konto. Das Gericht gewährte dies, allerdings legte der Gläubiger hiergegen Beschwerde ein.

Das Beschwerdegericht bestätigte die Freigabe des Vollstreckungsgerichts, da die Nachzahlung den Monaten zuzurechnen sei, für die sie erfolgt seien. Da sich daraus keine pfändbaren Beträge für die einzelnen Monate ergaben, sei auch die Gesamtnachzahlung als unpfändbar einzustufen.

Gegen diese Entscheidung legte der Gläubiger Rechtsbeschwerde ein, weshalb hierüber schlussendlich der BGH entschied, der allerdings – recht unspektakulär – die Entscheidung des Beschwerdegerichts bestätigte.

Der BGH hat mit dieser Entscheidung deutlich gemacht, dass ALG-2-Nachzahlungen in keiner Weise anders behandelt werden, als sonstiges nachgezahltes Einkommen.

Auch der Vortrag des Gläubigers, dass das Eigentumsrecht im Falle von Nachzahlungen überwiege, sodass sich aus Nachzahlungen abweichend von den sonstigen gesetzlichen Regelungen ein Pfändungsanspruch ergeben könne, wies das Gericht konsequenterweise ab. Derartige Einwände sind regelmäßig zirkulär, da die Abwägung bereits durch die Norm getroffen wurde, die die Unpfändbarkeit regelt.

Insgesamt erschöpft sich die Bedeutung dieser Entscheidung daher lediglich in der Klarstellung, dass ALG-2-Nachzahlungen wie reguläre Einkommensnachzahlungen beurteilt werden müssen. Damit folgt der BGH konsequent der bisherigen Beurteilung, dass ALG 2 als ganz “normales” Einkommen im Sinne des § 850 ZPO zu behandeln ist.

Hinweis
Ein Mythos besagt, dass ALG-2-Leistungen von vornherein unpfändbar sind. Das ist falsch, denn diese Leistungen sind für sich zunächst ganz normales Einkommen. Ein besonderer Pfändungsschutz ist für Sozialleistungen im Ausnahmefall zwar vorgesehen, dazu gehören zum Beispiel Pflegegelder. Das “ALG 2” als solches gehört aber nicht dazu. Dieses Missverständnis geht wahrscheinlich darauf zurück, dass vor Einführung des P-Kontos eine Privilegierung von ALG-2-Leistungen beim Pfändungsschutz auf Konten gewährt wurde; man konnte die ALG-2-Leistungen trotz der Pfändung in einem gewissen Zeitraum vollständig abheben. Mit der Einführung des P-Kontos war aber diese Lösung nicht mehr erforderlich. Allerdings liegt natürlich auch eines auf der Hand: ALG-2-Leistungen gewähren nur den Grundbedarf. Diese Leistungen dürften in der Regel daher auch unterhalb der Pfändungsfreibeträge liegen. Das führt dazu, dass man allgemein davon ausgehen kann, dass bei Bezug von ALG 2 nichts zu pfänden ist. Daraus ergibt sich aber nicht die Unpfändbarkeit von ALG 2 selbst, sondern die Pfändung scheitert, weil das Einkommen aus ALG 2 zu niedrig ist.
__________________________
[1] Die Aussage „für welchen Monat“ ist an dieser Stelle nicht ganz korrekt, denn § 850c Abs. 1 ZPO benutzt den allgemeinen Begriff Zeiträume nicht ohne Grund: Die Berechnung des pfändbaren Einkommens gemäß § 850c ZPO kann nämlich auch auf einer täglichen oder wöchentlichen Berechnung basieren, falls das Einkommen täglich oder wöchentlich gezahlt wird. Allerdings ist die monatliche Berechnung die Regel. Im Übrigen treffen alle Aussagen der Sache nach auch auf eine tägliche oder wöchentliche Zahlung von Einkommen zu.
[2] Die nachfolgenden Beispiele sollen das Prinzip deutlich machen. Es soll aber darauf hingewiesen sein, dass es hier die verschiedensten Probleme geben kann, die wir zugunsten einer einfachen Darstellung ausgeklammert haben. Der Arbeitgeber kann sich zum Beispiel weigern, die Nachzahlung genauer den Rückzahlungszeiträumen zuzuordnen oder die Rückzahlungssummen können pro Monat völlig verschieden sein, so dass man tatsächlich für jeden Monat einzelnen die Abführungssumme neu berechnen muss. In den nachgezahlten Summen können auch wiederum unpfändbare Bestandteile stecken, was dann bedeutet, dass man die Nachzahlungssummen auch noch “auseinandernehmen” muss.
[3] Bei Pfändungen, die durch selbst vollstreckende Körperschaften in Kraft gesetzt werden (z.B. Pfändungs- und Einziehungsverfügungen der Finanzämter), muss die Antragstellung bei dieser Körperschaft erfolgen. Zum Thema lies bitte auch unseren Artikel Antragstellung für Kontofreigabe – Wenn der Lohn aufs Konto kommt, Teil 1.
[4] Regelmäßig tritt das Problem dann auf, wenn das eingehende Einkommen höher ist als der statische Freibetrag auf dem P-Konto. Spätestens dann merkt man nämlich, dass das P-Konto nicht den gesamten Freibetrag so schützt, wie ihn die Pfändungstabelle ausgibt. Um diesen vollständigen Betrag zu erhalten, kann man ebenfalls einen Antrag gemäß § 850k Abs. 4 ZPO stellen. Wie das praktisch geschieht haben wir in unserem Artikel § 850k Abs. 4 ZPO – Antrag selbst gestellt – Wenn der Lohn aufs Konto kommt, Teil 2 dargelegt.
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8 Kommentare

  1. Guten Tag, ich bin berufstätig und leiste viel Überstunden (Branchenbedingt) Mein AG führt mtl. Lohnpfändungen ab. In diesem Monat sind Überstunden/Feiertagszuschläge und Weihnachtsgeld auf meinem Konto eingegangn. Die Bank hat hier einen Betrag i.H.v. 910,-€ nicht frei gegeben. Was kann ich tun?
    Viele Grüße


    ANTWORT: Die Frage betrifft leider nicht das Thema des Artikels. Wir haben hierfür einen speziellen Artikel, der sich mit den Freigaben auf dem Konto beschäftigt: P-Konto: Fragen und Antworten aus der Praxis. Aber, um Ihre Frage ganz kurz zu beantworten: Die Bank gewährleistet immer nur die festgelegten Freibeträge. D. h., die unpfändbaren Einkommensbeträge, die sich aus § 850c und § 850a ZPO ergeben sind damit noch nicht voll abgedeckt. Sie müssten einen Antrag stellen nach § 850k Abs. 4 ZPO; dazu haben wir ebenfalls einen spezielleren Artikel: § 850k Abs. 4 ZPO – Antrag selbst gestellt – Wenn der Lohn aufs Konto kommt, Teil 2

  2. Hallo, ich habe verspätet mein ALG1 nachgezählt bekommen. Nun kann ich darüber nicht verfügen. Was muss ich tun um an mein Geld ran zu kommen, da Rechnungen wie Miete angefallen sind. Danke


    ANTWORT: Sie müssen einen Antrag gemäß § 850k Abs. 4 ZPO stellen, das steht doch alles oben im Artikel, lesen Sie dort doch mal unter 2.

  3. Grüße, wie sieht es damit aus das man ein Antrag beim Gericht gestellt hat, dieser aber zu langsam bearbeitet wurde(also bis in den nächsten Monat)und nun das Geld beim Gläubiger landet obwohl vom Gericht der Freibetrag erhöht worden wäre?


    ANTWORT: natürlich müssen Sie mit der Antragstellung mit beantragen, dass bis zur Entscheidung des Gerichts die Vollstreckung eingestellt wird. Eine schnelle Entscheidung des Gerichts ist in diesen Sachen relativ selten, da immer noch die Gläubiger angehört werden. Wenn Sie die vorübergehende Einstellung mit beantragen, dann wird das der Bank zugestellt und die Beträge dort vorgehalten. Auf diese Weise können Sie nach der Entscheidung des Gerichts auf diese Beträge zugreifen. Bitte lesen Sie doch hierzu unseren spezielleren Artikel zu § 850k Abs. 4 ZPO, auf den wir unter dem Punkt 2 oben verwiesen haben.

  4. Hallo,
    wie verhält es sich eigentlich mit einer Guthaben Rückzahlung aus der Betriebskosten Abrechbung für das vergangene Jahr. Konkret: Mein Freibetrag ist durch meine monatliche Lohnzahlung schon voll erschöpft. Jetzt hat mir mein Vermieter 389 Euro auf mein Konto überwiesen welche aus der Betriebskostenabrechnung des vergangenen Jahres resultieren. Ist dieses Geld pfändbar?


    ANTWORT: Eine Betriebskostenrückzahlung stellt kein Einkommen im Sinne des § 850 ZPO dar. Das bedeutet, dass auf derartige Zahlungen der Einkommensschutz der § 850 ZPO ff. nicht anwendbar ist. Sofern sich die Frage auf das Konto bezieht, gilt allerdings, dass die Eingänge auch dort geschützt sein können, sofern sie vom Freibetrag umfasst sind. Wenn Sie den Freibetrag schon ausgeschöpft haben, werden diese als Moratoriumsbeträge behandelt. Das ist leider überhaupt nicht Thema des Artikels hier, denn hier geht es lediglich um die Pfändbarkeit von (Einkommens-)Nachzahlungen.

  5. Ich beziehe ALG 2 und habe ein P-Konto. Da das ansäßige Jobcenter die Mieten für Oktober und November gesammelt mit den AlG2 Leistungen auf mein Konto überwiesen hat(auf dem ein Pfändung von eben diesem Jobcenter liegt) überstieg schon diese Überweisung den Freibetrag. Heute würden dann nich mal über 600EUR einmalig übdrwiesen(Umzugs und Renovierungskosten) die jetzt von der Bank gesperrt sind. Gäbe es Mittel dieses Geld doch noch frei zu bekommen?

    MfG, LN


    ANTWORT: auch wenn Zahlungen des Jobcenters nicht automatisch unpfändbar sind, ist das doch wegen der Orientierung am notwendigen Auskommen regelmäßig der Fall. Man kann daher davon ausgehen, dass Ihre Nachzahlungen die Bedingungen für eine vollständige Freistellung erfüllen. Geltend machen müssen Sie das aber über einen Antrag gemäß § 850k Abs. 4 ZPO, denn die Bank gibt von vornherein nur die monatlichen Grundfreibeträge frei. D. h., die Bank prüft nicht, ob die eingehenden Gelder nach den Regeln der §§ 850 fortfolgende ZPO unpfändbar sind oder nicht, sondern schließt die Auszahlung in dem Moment ab, in dem der konkrete P-Konto-Freibetrag erreicht ist. D. h., Sie müssen durch Antragstellung die Unfehlbarkeit der Beträge erst feststellen lassen. Ich empfehle zu diesem Thema unseren speziellen Artikel: § 850k Abs. 4 ZPO – Antrag selbst gestellt – Wenn der Lohn aufs Konto kommt, Teil 2

  6. Hallo. Meine frage: 2 unterhaltspflichten. Wegen beendigung des beschäftigungsverhältnisses am 4. Des monats überweist der arbeitgeber 4 tage gehalt und urlaubsabgeltung. Erst im folgemonat wird von der krankenkasse 26 tage krankengeld gezahlt. Wie ist die freistellung zu beantragen? Bzw. Ist die urlaubsabgeltung oder das krankengeld in diesem fall pfändbar? Danke im voraus.


    ANTWORT: das lässt sich ohne Zahlen leider wirklich nicht beantworten. Ich weiß ja noch nicht einmal, ob Sie mit der Nachzahlung Ihre Freigrenze überhaupt erreichen (dann wäre es ja kein Problem). Wenn es aber so sein sollte, dass die Nachzahlung dazu führt, dass in dem Monat, in dem Sie diese erhalten, der Freibetrag damit überstiegen wird, dann müssen Sie den Antrag stellen gemäß § 850k Abs. 4 ZPO (falls es um das Konto geht, bei einer Lohnpfändung ist ein Antrag eigentlich nicht nötig) und darlegen, auf welche Zeiträume die nachgezahlte Summe entfällt. Das setzt natürlich auch voraus, dass der Arbeitgeber die Nachzahlung hinreichend genau aufgeschlüsselt hat. Da es bei Ihnen ja wohl nur um 4 Arbeitstage geht, dürfte das kein Problem sein. Das Urlaubsentgelt ist unpfändbar gemäß § 850a ZPO, sofern es sich um reguläres Urlaubsgeld handelt (die Einkommensfortzahlung im Urlaub ist hingegen normales Einkommen). Krankengeld hingegen ist lediglich eine Lohnersatzleistung. Es wird also bei der Pfändungsberechnung genauso behandelt, als würde es als Lohn vom Arbeitgeber gezahlt werden.

  7. Moin Ich habe ein P-Konto und bekommt ALG2 ca.860 Euro Die 860 euro sind Ausgaben Jetzt habe ich noch 100 Euro gut auf dem Konto Schon länger kann ich die abheben


    ANTWORT: das kann ich leider so nicht beantworten, weil ich nicht weiß, von wann die 100 € stammen. Aber im Prinzip kann man sagen, dass es überhaupt kein Problem ist, wenn Sie von einem Monat in den nächsten etwas mit hinüber nehmen. Sie müssen nur sehen, dass Sie in dem Folgemonat mindestens so viel ausgeben, wie Sie mit hinüber genommen haben. Wenn Sie also von den 860 € Eingang 100 € nicht ausgeben und in den nächsten Monat mit hinüber nehmen, müssen Sie nur im Folgemonat mindestens 100 € ausgeben. Dann ist das kein Problem. Wenn Sie im Folgemonat wiederum 100 € stehen lassen, dann sind es genau betrachtet nicht mehr die 100 € aus dem Vormonat, sondern es sind neue 100 €. Optisch sieht es natürlich dann so aus, als hätten Sie 100 € über die Monate hinweg auf dem Konto stehen gelassen.

    Leider betrifft Ihre Frage aber nicht das Thema dieses Artikels; für Übernahmebeträge haben wir etwas Spezielles, ich möchte hier einmal darauf hinweisen: Unverbrauchtes Guthaben auf dem P-Konto in den nächsten Monat hinübernehmen

  8. Ich habe immoment kein Einkommen, jetzt wurden 6.288,63€ Auskehr meines verstorbenen Vaters auf mein Konto überwiesen.Ich habe jetzt einen verfügbaren Betrag von 1.133,80€. Und ich möchte wissen ob der Rest am nächsten 1. Gepfändet wird. Dnke


    ANTWORT: die Ihren Freibetrag übersteigenden Beträge werden als Einkommen des nächsten Monats freigegeben, allerdings insgesamt auch nur in Höhe von 1133,80 €.

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